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Die GermanTour-Sieger 2010 (…im Interview!)

31.10.2010 | Vorstand, GT-Gremium, Ewald Tkocz. Die GermanTour 2010 ist beendet. Wir danken an dieser Stelle von ganzem Herzen Allen, die Deutschlands grĂ¶ĂŸte Disc Golf-Turnierserie ermöglicht, bereichert, interessant und spannend – oder in einem Wort: erfolgreich – gemacht haben. Dieser Erfolg gehört Allen: den Teilnehmern, den Turnierdirektoren, den vielen Helfern und auch den Tour-Organisatoren. Insofern können wir uns sicher Alle als Gewinner fĂŒhlen.

Unser GlĂŒckwunsch gilt im Besonderen aber den sportlichen Siegern. In einigen Divisionen war es ja bis zum letzten Turniertag spannend. Hier die offiziellen Sieger der GermanTour 2010 in tabellarischer Übersicht:

Alle aufgelisteten Sieger erhalten eine Urkunde. Das Preisgeld ist wie immer an eine internationale Turnier-Teilnahme gebunden und wird auf Antrag ausgezahlt.

Ewald Tkocz hatte die Idee statt einer Nachlese aus seiner Sicht, die Champions selbst erzĂ€hlen, sie selbst ein Fazit dieser Saison ziehen zu lassen. In O-Ton und unzensiert. Er hielt es auch fĂŒr angebracht, an dieser Stelle auch einen der erfahrensten deutschen Disc Golfer zu Wort kommen zu lassen, der Simon Lizotte in den letzten zwei Jahren in der GermanTour einen heißen Zweikampf geliefert hat: „Mister GermanTour“, Klaus Kattwinkel.

Die Champions melden sich zu Wort

Voranschicken möchten wir eine Äußerung von Susann Fischer:

„Nachdem ich 2008 auf dem Potsdamer Parcours mein erstes Disc Golf-Turnier gespielt und bei den Frauen gewonnen hatte, sagte ich bei der Siegerehrung sinngemĂ€ĂŸ: ‚Das hat mir richtig Spaß gemacht mit euch. Das könnte eine neue Familie werden.‘ Zwei Jahre danach kann ich sagen: ‚Die Disc Golfer sind meine neue Familie.‘ Ich habe in diesem Jahr – meinem ersten in der GermanTour – sehr viele sympathische Menschen kennen gelernt und freue mich schon auf die nĂ€chsten Begegnungen mit ihnen.“

Wie seid ihr mit eurem sportlichen Abschneiden zufrieden?

Susann Fischer: „Ich bin alles in allem sehr zufrieden. Ich habe mich ja 2005 nach 15 Jahren aus dem Meisterschaftsspielbetrieb im Ultimate Frisbee verabschiedet, um kĂŒnftig nur noch ein paar Strandturniere zu spielen. Damals habe ich nicht gedacht, dass ich noch einmal in irgendeinem anderen Sport Deutsche Meisterin werden wĂŒrde. Aber seit der Parcours in Potsdam gebaut wurde und ich dort erstmals mit Ultimate-Scheiben mein GlĂŒck versuchte, bin ich angefixt.“

Simon Lizotte: „Ich bin mit meinem Abschneiden dieses Jahr sehr zufrieden. Ich habe viele Turniere gespielt und die meisten davon erwartungsgemĂ€ĂŸ, wenn nicht ĂŒber den Erwartungen, abgeschlossen. Ich bin stolz auf meine Konstanz in Turnieren und kann es kaum fassen, wie viel Spaß und Erfolg ich in diesem Sport habe.“

Klaus Kattwinkel: „Zweiter in der GermanTour ist in Ordnung. Mit der Leistung bei der Europameisterschaft war ich weniger zufrieden. Da hatte ich mir ein besseres Abschneiden erhofft.“

Volker Meyer: „Ich bin, was die GermanTour angeht, natĂŒrlich hoch zufrieden. Mehr als Siegen geht ja nicht.“

Dominik Stampfer: „Mit dem sportlichen Abschneiden bin ich mehr als zufrieden. HĂ€tte mir vor der Saison jemand meine Leistung prophezeit, hĂ€tte ich das sofort unterschrieben. Bis auf die Leistung in RĂŒsselsheim, bei den Schmitten Open und bei der EM bin ich mit meinem Abschneiden bei den anderen Turnieren total zufrieden.“

Ewald Tkocz: „Ich bin einfach glĂŒcklich mit dieser Saison. Meine hoch geschĂ€tzten Konkurrenten waren sparsamer als ich mit ihrem Geld, ihrem Engagement und ihrer Zeit und waren daher so freundlich, mir zu erlauben, den Toursieg zu wiederholen. Spaß beiseite: Ich habe mein Spiel und mein Handicap verbessert, bin Dritter bei der Deutschen Meisterschaft geworden. Herz, was willst du mehr? Ich habe wesentlich mehr erreicht als ich mir vor der Saison vorstellen konnte und erwarten durfte.“

Welche Ziele hattet ihr vor der Saison? Haben sie sich erfĂŒllt? Und welche peilt ihr fĂŒr die nĂ€chste Saison an?

Susann Fischer: „Ich hatte keine Ziele vor der Saison. Aber ich hatte Lust, ein paar mehr Turniere zu spielen und dabei neue Parcours kennen zu lernen. Als dann vor der Deutschen Meisterschaft alle möglichen Leute von Dassel schwĂ€rmten, dachte ich, da will ich auch hin. Und es war riesig, dort zu spielen. Zwei Parcours an einem Ort mit völlig unterschiedlichen Anforderungen, das fand ich spannend. Dass ich dabei dann sogar den Titel geholt habe, war natĂŒrlich der Gipfel und hat mich sehr gefreut.“

Simon Lizotte: „Mein Ziel vor dieser Saison war es schlicht und einfach, Spaß zu haben, und dabei natĂŒrlich möglichst viele Turniere zu gewinnen. Ich wollte vor allem mal in der EuropĂ€ischen Szene so richtig zeigen, was ich drauf habe. Ich bin mehr als glĂŒcklich ĂŒber meine Ergebnisse. In Bern und in Frankreich hatte ich mit Sicherheit Höhepunkte meiner bisherigen Karriere. Meine Ziele haben sich allerdings nicht alle erfĂŒllt. Es war zum Beispiel mein Ziel, jedes, auch noch so kleine, Turnier in diesem Jahr in Deutschland zu gewinnen. Daran bin ich leider in Rostock gescheitert. Dennoch blicke ich stolz und zufrieden auf das Jahr 2010!

Klaus Kattwinkel: „Wie ich schon erwĂ€hnte, habe ich mein GT-Ziel erreicht und das bei der EM nicht. Im nĂ€chsten Jahr werde ich weniger Turniere spielen. DafĂŒr plane ich eine Reise nach Schweden.“

Volker Meyer: „Mein erstes Jahr in der Masters-Division beurteile ich mit gemischten GefĂŒhlen, da ich nur aufgrund der maximalen Starts gegenĂŒber den starken Konkurrenten (George Braun und andere) die Nase vorn hatte. Im nĂ€chsten Jahr werde ich wohl, beruflich bedingt, weniger Starts bei der GermanTour haben und den Focus mehr auf internationale Turniere legen. Pflicht hierbei ist, einmal in Skandinavien zu starten, um zu sehen, wie die Spieler hier in meiner Division agieren. Und ein Ziel der besonderen Art: Mehr mit links spielen, um gewisse Situationen besser zu lösen und einfach mehr Optionen zu haben.“

Dominik Stampfer: „Meine Ziele, die GermanTour und die Deutsche Meisterschaft erneut zu gewinnen, habe ich erreicht. Vor der EM hatte ich mir erhofft, eine Chance auf einen Finalplatz zu erreichen. Das habe ich leider um nur zwei WĂŒrfe nicht geschafft. Ansonsten hab‘ ich mir von der Saison noch mehr Spaß und noch mehr Turniere als 2009 erhofft, was dann schlussendlich auch so war! Spezielle Ziele fĂŒr die neue Saison habe ich nicht. Ich möchte auf alle FĂ€lle das eine oder andere Turnier im Ausland spielen.“

Ewald Tkocz: „Ich hatte mir vor der Saison keine realistischen Chancen ausgerechnet, den Toursieg zu wiederholen. Dieses Ziel entwickelte sich – wie im Vorjahr – erst mit den Ergebnissen im Laufe der Saison. Platz drei bei der Deutschen Meisterschaft war fĂŒr mich das angestrebte Ergebnis. Meine „Parcours-Sammlung“ ist jetzt abgeschlossen und ich werde im nĂ€chsten Jahr nur noch die Turniere und Kurse spielen, die mir Spaß machen. Auch werde ich die „regionalen“ Turniere im Umkreis von drei Autostunden bevorzugen. Der sportliche Ehrgeiz darf mal eine Verschnaufpause einlegen. Auf alle FĂ€lle möchte ich wieder im Ausland spielen.“

Welche sportlichen Entwicklungen/Fortschritte hast du in der abgelaufenen Saison gemacht?

Susann Fischer: „Spielerisch habe ich wohl eher geringfĂŒgige Fortschritte gemacht. Bei den Drives komme ich vielleicht noch mal vier, fĂŒnf Meter weiter als im Jahr zuvor. Aber mein Spiel ist nach wie vor nicht konstant genug. Auf gute Aktionen folgen auch immer wieder schlechte. In Kellenhusen waren es sogar ein guter und ein schlechter Tag: Bei Starkwind am Samstag war ich verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig gut dabei, aber bei feinstem Wetter am Sonntag habe ich im Finale auf neun Bahnen sieben ĂŒber Par gespielt. Das war gruselig. Ich muss auf jeden Fall an meinen SchwĂ€chen (AnnĂ€hern und Putten) arbeiten.“

Simon Lizotte: „Ich denke mal, ich bin im Großen und Ganzen einfach konstanter geworden und habe aus meinen Fehlern in der vergangenen Saison gelernt, oft nahezu Bestleistungen erspielt. Ich habe in dieser Saison zum ersten Mal in meinem Leben meinen Putter gewechselt – von Rhyno auf Aviar-X. Dieser Wechsel, glaube ich, ermöglichte mir neue Möglichkeiten in meinem „short-game“.

Klaus Kattwinkel: „Bei mir ist die Entwicklung eher rĂŒcklĂ€ufig. In den letzten zwei bis drei Jahren habe ich vielleicht zu viele Turniere gespielt.“

Volker Meyer: „Ich wĂŒrde meine Trainingsleistung auch mal gerne im Turnier zeigen. Hier ist noch immer eine Menge Luft nach oben. Das oberste Ziel heißt hier: mehr Konstanz auf einem besseren Niveau. Zudem will ich im Turnier noch taktisch besser werden und einen eigenen Fahrplan einbringen, was Risiko und Taktik angeht. Mit der Turnierroutine des letzten Jahres sollte das im nĂ€chsten Jahr gerade auf internationalen Turnieren besser werden.“

Dominik Stampfer: „Ich habe mein Spiel im Kopf eindeutig verĂ€ndert/verbessert, was mich zum Ende der Saison richtig stark gemacht hat. Mit der wichtigste Fortschritt in diesem Jahr war meine Konstanz bei den Turnieren. Nur zu Saisonbeginn hatte ich die eine oder andere Runde, bei der ich etwas eingebrochen bin.“

Ewald Tkocz: „Ich spiele jetzt sehr viel Vorhand- und Seitarm-WĂŒrfe. Diese Umstellung hat bis zu 30 Metern an Weite gebracht. Außerdem habe ich sehr viel an meinem Putt-Spiel und meinen AnnĂ€herungswĂŒrfen gearbeitet. Beim Putt & Approach Turnier am Wochenende in Söhnstetten habe ich mich gegenĂŒber dem Vorjahr um 21 WĂŒrfe verbessert. Die positive Entwicklung lĂ€sst sich auch am Handicap ablesen.“

To be continued


Den zweiten Teil des Interviews werden wir demnĂ€chst ins Players Meeting stellen. Vielleicht mögen auch Andere ihre EindrĂŒcke und  Erfahrungen schildern, möglicherweise entwickelt sich zu einigen Punkten ja auch eine Diskussion