Spielregeln

Klick auf Bild oder link zum Download der aktuellen Regeln und Turnierhandbuch

 

 

 

 

 

 

PDGA_Regeln 2018 mit Update 2019_
PDGA_TH_2019 mit Update 2019

Bundesspielordnung 01.2019

Ver├Âffentlichung des Update auf der PDGA-Seite


Die Disc-Golf-Regeln 2018 – Zusammenfassung und Erl├Ąuterungen von Frank Neitzel , ver├Âffentlicht im Oktober 2017

Navigation:
Stand: Rechteck statt Linie
Standfehler: der Wurf z├Ąhlt
Pflichthindernis: vereinfachte Definition
├ťbungswurf: die normative Kraft des Faktischen
St├Âreinwirkung: gilt jetzt auch unabsichtlich

Ein neues Regelwerk: Keine einfache Aufgabe

Nach einer Ruhepause von f├╝nf Jahren (was historisch betrachtet in etwa dem normalen Regelzyklus der PDGA seit 1978 entspricht) haben das PDGA-Regel- und das Wettkampf-Komitee wieder eine Neufassung der Regeln und des Turnierhandbuches vorgelegt, das ab 01.01.2018 gelten soll.
Auff├Ąllig ist bei erster Betrachtung vor allem der gr├Â├čere Umfang der Neuauflage. Hatte das auslaufende Regelheft in der englischen Ausgabe noch 42 Seiten, so sind daraus jetzt 60 geworden. Hinzugekommen sind unter anderem die Regeln f├╝r das Team- und Matchplay, die allerdings teilweise auch schon au├čerhalb des Regelheftes ver├Âffentlich waren. Zudem wurde das Frage-und-Antwort-Kapitel, in dem die oft knappen Formulierungen aus dem Regelteil nochmals erl├Ąutert werden, auf jetzt 86 Fragen fast verdoppelt, womit es nun beinahe so viel Platz einnimmt wie der eigentliche Regeltext.

Abgesehen von den umfangreichen Erg├Ąnzungen enth├Ąlt das neue Heft zwar insbesondere im Falle des Regelteils ein hohes Ma├č an Neuformulierungen oder Umstellungen von Passagen inklusive vieler kleinerer ├änderungen, im Grunde aber wenig oder nichts revolution├Ąr Neues. Was bei einem ├╝ber mehr als 40 Jahre ‚gereiften‘ Werk vielleicht auch nicht zu erwarten ist.

Dennoch wird es von den Autoren als ein ‚gro├čer Schritt vorw├Ąrts‘ gepriesen, als eine bedeutende ├ťberarbeitung mit ausschlie├člich notwendigen ├änderungen. Aber obwohl diese ├ťberarbeitungen nach eigenem Bekunden das Ergebnis langj├Ąhriger Diskussionen und reiflicher ├ťberlegung sind, werden sie teilweise schon kontrovers diskutiert. Was wiederum verdeutlicht, dass das Regel-Komitee keine leichte Aufgabe hat. Driften doch die Interessen innerhalb der Disc-Golf-Spielergemeinde mit der zunehmenden Professionalisierung des Sports immer weiter auseinander und machen es somit auch immer schwieriger, allgemeinverbindliche Regelungen zu finden, die den einen nicht zu streng oder formell sind und die f├╝r die anderen nicht eine Einladung zu Missbrauch oder nicht zu ahndender Vorteilsnahme darstellen.

Aber unabh├Ąngig davon, wie man die ├änderungen bewertet, werden sie in wenigen Wochen f├╝r alle DFV-Turniere verbindlich sein. Und zumindest einige davon sind so bedeutend, dass sie nicht zu kennen f├╝r die Turnierteilnehmer relativ schnell zu peinlichen Situationen, verpassten Vorteilen oder unerwarteten Strafw├╝rfen f├╝hren d├╝rfte.
Es ist somit von Vorteil, sich bis zur Einf├╝hrung 2018 mit den Regel├Ąnderungen zu besch├Ąftigen oder den Anlass zu nutzen, um ├╝berhaupt einmal mal einen Blick in die Regeln zu werfen.

Zun├Ąchst einmal aber noch ein paar Informationen zum voraussichtlichen Fahrplan zur Einf├╝hrung des neuen Regelwerks.

Die Regeln in Englisch

Gem├Ą├č der PDGA werden die neuen Regeln f├╝r alle PDGA-Turniere am 01.01.2018 in Kraft treten. Eine digitale englische Version von Regelheft und Turnierhandbuch ist bereits unter

https://www.pdga.com/pdga-documents/rules/rules-history/pdga-2018-rule-book

https://www.pdga.com/pdga-documents/rules/rules-history/pdga-2018-competition-manual

herunterzuladen.

Das kombinierte Regel- und Turnierhandbuch ist bei der PDGA auch unter

https://www.pdgastore.com/store/accessories/media/books/pdga-rulebook-competition-manual-v2018.html

k├Ąuflich zu erwerben.

Einf├╝hrung der Regeln in Deutschland

F├╝r die Einf├╝hrung der Regeln in Deutschland sind nat├╝rlich eine deutsche ├ťbersetzung und das Vorhandensein einer deutschen Version des Regelhandbuchs sehr w├╝nschenswert.
F├╝r die ├ťbersetzung hat sich bereits ein deutsch-├Âsterreichisch-schweizerisches Team gefunden, das eine gemeinsame deutschsprachige Textausgabe aller drei Verb├Ąnde erarbeiten wird. Allerdings wird es wegen des hohen Arbeitsaufwandes nicht m├Âglich sein, die Aufgabe zum 01.01.2018 komplett zu bew├Ąltigen.
Mit der Ver├Âffentlichung der deutschsprachigen Onlineversion ist bis Mitte Januar, mit dem Druck der Regelhefte bis Februar zu rechnen.

Die Disc-Golf-Abteilung wird bis Ende M├Ąrz jedem Verein eine seinen gemeldeten Mitgliedern entsprechende Anzahl von Regelheften zur Verf├╝gung stellen, so dass jeder organisierte Disc Golfer diese bis Anfang April auch in Heftform vorliegen hat.
Dasselbe gilt f├╝r die deutschen PDGA Mitglieder, sofern sie nicht in einem DFV-Verein organisiert sind.
Im Gegenzug wird die PDGA die Kosten f├╝r die ├ťbersetzung der Regeln und den Druck des Regelheftes in deutscher Sprache ├╝bernehmen.
Fragen zur Einf├╝hrung der deutschen Regeln bitte an birdie@discgolf.de

Stand: Rechteck statt Linie (802.05D)

Seit 1990 galt f├╝r den Stand bei einem Wurf von einer markierten Lage aus: der Fu├č (oder ein anderes K├Ârperteil, falls damit der K├Ârper gest├╝tzt wird) muss beim Abwurf eine imagin├Ąre Linie ber├╝hren, die sich vom r├╝ckw├Ąrtigen Ende der Markerscheibe 30 cm nach hinten erstreckt.
Jetzt wurde die Breite dieser imagin├Ąren Linie von theoretisch 0 cm auf 20 cm erweitert, so dass aus der Linie ein imagin├Ąres Rechteck von 30 cm L├Ąnge und 20 cm Breite wird.
F├╝r den korrekten Stand gilt somit: Zum Zeitpunkt des Abwurfs muss sich zumindest ein Abst├╝tzpunkt des Spielers innerhalb dieses Rechtecks und kein Abst├╝tzpunkt darf sich davor (d.h. n├Ąher zum Ziel)

befinden.
Der Vorteil der neuen Regelung liegt f├╝r den Werfer vor allem darin, dass das Risiko, bei einem Wurf mit Anlauf, bei dem naturgem├Ą├č die Wurfbewegung und nicht das Aufsetzen des Fu├čes im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht, einen Standfehler zu begehen, geringer ist, sofern er mit dem Fu├č auf die Mitte und nicht auf den Rand der Abwurfzone ‚zielt‘. Und das d├╝rfte bei den meisten W├╝rfen aus dem Fairway wohl der Fall sein. Erst wenn der Spieler aus der neuen Regelung einen Vorteil ziehen und den seitlichen Spielraum von 10 cm nutzen m├Âchte, taucht das Problem wieder auf, vielleicht sogar in versch├Ąrfter Form. Allerdings ist zu vermuten, dass in dieser Situation in vielen F├Ąllen kein Anlauf ben├Âtigt oder genommen wird, so dass die Position des Fu├čes bewusst gesetzt wird und kontrolliert werden kann.
Unter dem Strich stellt die neue Regelung zur Wurfzone somit eine Entlastung des Werfers dar und verringert die F├Ąlle von Standfehlern bei W├╝rfen mit Anlauf.

Standfehler: der Wurf z├Ąhlt. (802.07)
Im Gegenzug zur Erweiterung der Standzone wurde jedoch die Regelung zur Bestrafung von Standfehlern versch├Ąrft.
Bisher galt: Ein Standfehler (sofern er von einem Gruppenmitglied angezeigt und in der Gruppe mehrheitlich best├Ątigt wurde) f├╝hrte zu einer Verwarnung. Der aus der Standverletzung resultierende Wurf war ung├╝ltig und musste wiederholt werden.
Jetzt gilt: Ein Standfehler (sofern er von einem Gruppenmitglied angezeigt und in der Gruppe mehrheitlich best├Ątigt wird) wird automatisch mit einem Strafwurf belegt. Der aus dem Standfehler resultierende Wurf bleibt g├╝ltig.
Allerdings: Geht ein Wurf, der aus einem Standfehler resultiert, ins Aus (OB), verfehlt ein Pflichthindernis oder geht verloren, wird der Spieler dennoch nur mit einem Strafwurf bestraft (den f├╝r den Standfehler). Die Strafe f├╝r den Wurf ins Aus etwa wird erlassen, da ein Wurf nur mit h├Âchstens einem Strafwurf belegt werden kann. Nichtsdestotrotz muss der Spieler dort weiterspielen, wo er gem├Ą├č der OB-Regelung seine neue Lage hat.

Pflichthindernis : vereinfachte Definition (804.02 A,B)

Eine der am schwierigsten zu verstehenden Regelungen ist die zum Pflichthindernis (Mandatory). Schuld dabei war nicht zuletzt eine Passage aus den Regeln, wonach eine Linie, die alle Lagen an dieser Bahn verbindet auf der richtigen Seite des Pflichthindernisses vorbeif├╝hren muss. Diese irref├╝hrende und ├╝berfl├╝ssige Passage ist nun gestrichen.

Zudem wurde die Regelung dahingehend vereinfacht, dass f├╝r die Entscheidung, ob ein Wurf ein Hindernis verfehlt hat, ist nur noch relevant ist, was auf der ‚falschen‘ Seite des Hindernisses passiert. Dementsprechend wurde auch die Hindernislinie, die dar├╝ber entscheidet, ob ein Hindernis verfehlt wurde, nur noch f├╝r die ‚falsche‘ Seite des Pflichthindernisses definiert.

Es gilt: wenn ein Wurf die Hindernislinie in Richtung vom Abwurf zum Ziel ├╝berquert und nicht wieder zur├╝ckfliegt oder zur├╝ckrollt dann ist das Pflichthindernis verpasst und der Spieler muss mit einem Strafwurf von der Drop Zone weiterspielen, oder (wenn es keine Drop Zone gibt) seinen Wurf wiederholen. ├ťberquert ein Wurf die Hindernislinie zum ersten Mal in umgekehrter Richtung (d.h. hat der Wurf oder der vorhergehende Wurf das Pflichthindernis auf der richtigen Seite passiert und fliegt nun auf der falschen Seite, d.h. der Seite der Hindernislinie, zur├╝ck), darf die Hindernislinie mit dem darauffolgenden Wurf auch in Richtung vom Abwurf zum Ziel ├╝berworfen werden.

├ťbungswurf- oder: die normative Kraft des Faktischen (809.03 A,B)
Offensichtlich ist in Disc-Golfer-Kreisen das Verhalten, eigene Scheiben nach getaner Arbeit noch ein kurzes St├╝ck in Richtung Tasche zu werfen oder die gefundenen Scheiben anderer diesen nicht regelgerecht zu ├╝bergeben, sondern sie ihnen oder ihrer Tasche zuzuwerfen, derart omnipr├Ąsent, dass sich die bisherige Regelung zu ├ťbungsw├╝rfen, n├Ąmlich, dass dieses Verhalten jeweils mit einem Strafwurf zu belegen w├Ąre, nicht durchsetzen lie├č. Nur so ist es wohl zu erkl├Ąren, dass die bisherige Definition des ├ťbungswurfes aufgeweicht wurde.
Bisher galt jeder Wurf der weiter als 2 m flog und die Lage nicht ver├Ąndern konnte, als ├ťbungswurf. Nun wurde zwar die 2m-Grenze abgeschafft, aber W├╝rfe von der Regelung ausgeschlossen, die weniger als 5 m weit fliegen und die dazu dienen, eine nicht ben├Âtigte Scheibe weg- oder zur├╝ckzulegen oder die Scheibe eines Mitspielers an diesen zur├╝ckzugeben.
Wohlgemerkt: es m├╝ssen beide Bedingungen erf├╝llt sein: k├╝rzer als 5 m und der Zweck der R├╝ckf├╝hrung der Scheibe. Ist nur eine der beiden Bedingungen erf├╝llt, handelt es sich um einen ├ťbungswurf, der einen Strafwurf nach sich zieht.

St├Âreinwirkung ÔÇô gilt jetzt auch unabsichtlich (810 E,F)
Die Regel zur St├Âreinwirkung (Interference) wurde um einen Paragraphen erg├Ąnzt. Ver├Ąndert ein Spieler oder seine eigene Ausr├╝stung die Bewegung der von ihm selbst geworfenen Scheibe (etwa indem diese gegen seine eigene Tasche rollt) erh├Ąlt er wegen unabsichtlicher St├Âreinwirkung nun einen Strafwurf. Ver├Ąndert ein Spieler absichtlich den Flug oder Lauf einer Scheibe (unabh├Ąngig davon, ob es seine eigene oder eine fremde ist) erh├Ąlt er weiterhin zwei Strafw├╝rfe.