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Bundesspielordnung tritt zum neuen Jahr in Kraft

Wie auf der Delegiertenkonferenz der Disc-Golf-Abteilung des DFV in Trebur am 05.03.2018 einstimmig beschlossen, tritt zu Beginn des Jahres 2019 eine fĂŒr den deutschen Disc-Golf-Sport verbindliche Bundesspielordnung (BSO) in Kraft.

Zweck

Zweck dieser BSO ist es, durch die EinfĂŒhrung allgemein verbindlicher Mindeststandards fĂŒr den organisierten Disc-Golf-Sport hierzulande den sportlich fairen Verlauf von DFV-Turnieren, den reibungslosen organisatorischen Ablauf von der Genehmigung eines Turniers bis hin zu seiner DurchfĂŒhrung und den rechtlichen Rahmen fĂŒr Teilnehmer und Ausrichter zu gewĂ€hrleisten und zu verbessern.

Allerdings erhebt diese BSO nicht den Anspruch, einen umfassenden Katalog von Turnieranforderungen darzustellen, der fĂŒr sĂ€mtliche möglichen Turnierebenen und -formate detaillierte Richtlinien enthĂ€lt. Dies soll weiterhin den Tour- oder Turnierreglements vorbehalten sein, die als jeweilige ErgĂ€nzung zur BSO fĂŒr die spezifische Ausgestaltung von Turnieren zustĂ€ndig sind. Mit der BSO geht es allein um den Grundstein zu einer Spielordnung, in der vernĂŒnftige Mindestanforderungen an jedes DFV-Turnier festgehalten sind und die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten der ErgĂ€nzung um weitere Themen  bedarf.

Zudem ersetzt die BSO nicht die von der PDGA herausgegebenen und vom DFV ĂŒbernommenen Disc-Golf-Spielregeln. Diese bleiben weiter uneingeschrĂ€nkt gĂŒltig. Die BSO tritt allerdings an Stelle des PDGA-Turnierhandbuchs.

Notwendigkeit

Die Notwendigkeit, eine eigenstĂ€ndige Spielordnung fĂŒr diesen Zweck zu erstellen, ergibt sich zunĂ€chst daraus, dass zwei Reglements, die vergleichbare Aufgaben erfĂŒllen, nĂ€mlich das PDGA-Turnierhandbuch und die German Tour-Spielordnung, aus unterschiedlichen GrĂŒnden nicht in dieser Funktion ĂŒbernommen werden können.

In dem PDGA-Turnierhandbuch wird an vielen Stellen auf Institutionen der PDGA verwiesen, die unserer Entscheidungsbefugnis, (d.h. der des Deutschen Frisbeegolf Verbandes) entzogen sind. Zudem kann das Turnierhandbuch naturgemĂ€ĂŸ die spezifischen rechtlichen und organisatorischen Gegebenheiten im deutschen Disc-Golf-Sport nicht berĂŒcksichtigen. Nichtsdestotrotz sind die Regelungen des PDGA-Turnierhandbuchs eine in den allermeisten FĂ€llen sinnvolle Orientierung und allein schon aus GrĂŒnden der Vereinbarkeit von DFV- Turnieren mit dem PDGA-Status zu berĂŒcksichtigen.

Die German Tour-Regeln andererseits stellen eine detaillierte Turnierordnung dar, die in dieser Form nicht mehr verallgemeinerungsfĂ€hig ist. Denn mit dem Wachstum des Sportes hierzulande ist auch eine VervielfĂ€ltigung von Organisationen und Entscheidungsgremien (beispielsweise die LandesverbĂ€nde oder die unterschiedlichen ‚Touren‘) eingetreten, die in eigener Verantwortung ein breites Spektrum von lokalen Turnieren und Turnierserien zu veranstalten begonnen haben, die sich nicht mehr sinnvoll unter die spezifischen Regelungen der German Tour subsumieren lassen.

Anforderungen an die BSO

Abgesehen von dem bereits genannten Zweck eines bundeseinheitlichen Mindeststandards ergeben sich insbesondere folgende Anforderungen an die BSO:

  • Die BSO soll konsensfĂ€hig sein, die darin enthaltenen Richtlinien sollen von einer breiten Mehrheit innerhalb der Disc-Golf-Abteilung mitgetragen und als sinnvoll erachtet werden können.
  • Die BSO soll erweiterbar sein und einen Spielraum fĂŒr eine Vielfalt von Turnieren in Deutschland schaffen, indem sie LandesverbĂ€nden oder bundesweiten Tourgremien die Möglichkeit gibt, durch eigene Tourreglements Turniere innerhalb sinnvoller Grenzen selbst auszugestalten und lokalen Gegebenheiten oder Unterschieden des Spielniveaus Rechnung zu tragen.
  • Die BSO soll mit den Bestimmungen fĂŒr PDGA-Turniere kompatibel sein, sie soll nicht dazu fĂŒhren, dass zukĂŒnftig keine PDGA-Turniere mehr in Deutschland unter dem Dach des DFV stattfinden können.

 

Weitere Entwicklung

Mit dieser ersten Fassung ist das Projekt BSO natĂŒrlich nicht bereits abgeschlossen, sondern steht erst am Anfang.  Es dĂŒrfte klar sein, dass die BSO zukĂŒnftig immer wieder hinterfragt, erweitert (beispielsweise durch Regelungen zu den Themen Doping oder Versicherungsschutz bzw. rechtliche Stellung von Turnieren) und gegebenenfalls an aktuelle Entwicklungen angepasst werden muss.

Wie dies geschehen soll, ist in der BSO selbst verankert:  FĂŒr Änderungen ist die Zustimmung  der Delegiertenversammlung als der höchsten Entscheidungsinstanz der Disc-Golf-Abteilung nötig. Änderungs- oder ErweiterungsvorschlĂ€ge können ĂŒber die Vertreter der Delegiertenversammlung  (d.h. Abgeordneten der LandesverbĂ€nde oder Mitglieder des Abteilungsvorstandes) eingebracht werden.

 

Frank Neitzel fĂŒr den Vorstand der Disc-Golf-Abteilung