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12. Haus Solling Open: Stelzer rockt Dassel

Michael Stelzer hat seine sechs Jahre lange Dassel-Durststrecke beendet: Der Söhnstettener hat bei den 12. Haus Solling Open seinen ersten Sieg seit 2008 eingefahren. Beim B-Turnier der German Tour, das vom 19. bis 20. April 2014 in Dassel ausgetragen wurde, verwies Stelzer die Konkurrenten Marian Ludwig (Schönwald), Tobias Behrens und Elisas Güldenhaupt (beide Wolfenbüttel) auf die Plätze.

Beim Traditionsturnier in Dassel, das bereits zum 12. Mal ausgetragen wurde, hatte Michael Stelzer aus Söhnstetten im April 2008 das letzte Mal jubeln dürfen. Danach übernahmen bei den Haus Solling Open die Discgolf-Young-Guns das Zepter: Simon Lizotte triumphierte in den Jahren 2009, 2011 und 2013, Dominik Stampfer sicherte sich 2012 in Lizottes Abwesenheit den Titel.

Auf dem anspruchsvollen Turnierparcours am Haus Solling, der in einen blauen und einen gelben Kurs mit jeweils 16 Bahnen aufgeteilt war, legte Stelzer bereits in Runde 1 los wie die Feuerwehr. Der Söhnstettener, eigentlich für seine Monster-Drives bekannt, ließ sich vom technisch anspruchsvollen blauen Parcours mit zahlreichen kniffligen Waldbahnen nicht beeindrucken und setzte sich mit einer starken 47er Runde gemeinsam mit Tobias Behrens und Michael Rollnik aus Bremen gleich an die Spitze.

Dassel – Haus Solling Open 2014 from Lu Ma on Vimeo.

Höchstes Rundenrating für Stelzer, Behrens und Rollnik

Diese drei Glanzleistungen am Samstag wurden mit einem bärenstarken PDGA-Rundenrating von 1029 gewürdigt und sollten im weiteren Turnierverlauf nicht mehr getoppt werden. Nach dem ersten Turniertag lag Stelzer (100 Würfe) schließlich gleichauf mit dem anfangs ebenfalls stark aufspielenden Nikolai Tsouloukidse vorne, dicht gefolgt von den späteren Finalisten Behrens (101), Ludwig und Güldenhaupt sowie Rollnik mit jeweils 102 Würfen.

Bei strahlendem Sonnenschein und stärker aufkommenden Wind gelange es Stelzer schließlich, sich von der Konkurrenz abzusetzen, so dass er mit einem beruhigenden 5-Würfe-Vorsprung vor Tobias Behrens (205) ins Finale gehen konnte. Gleich auf der ersten Finalbahn machte Stelzer mit einem spektakulären 20-Meter-Putt deutlich, dass hier für die Konkurrenz wohl nichts mehr zu holen ist.

Marian Ludwig erkämpft Rang zwei in Dassel

Zwar zockte Marian Ludwig im Finale mit nur 28 Würfen noch einmal groß auf, doch am Ende fehlten ihm vier Würfe zum Ausgleich mit Stelzer (230). Immerhin sicherte sich Ludwig (234) so noch den zweiten Platz vor Behrens, der schlussendlich 235 Würfe auf dem Konto hatte. Bei Elias Güldenhaupt wollte vor der 80 Mann starken Finalgalerie nicht mehr allzu viel gelingen, der Discgolfer aus Wolfenbüttel schloss mit 244 Würfen am Ende als Vierter ab.

Kattwinkel holt Masters-Titel, Fischer gewinnt Damen-Wettbewerb

Etwas weniger spannend ging es in den anderen Divisionen zu: Bei den Masters setzte sich Klaus Kattwinkel (209) aus Engelskirchen mit satten zwölf Würfen Vorsprung vor dem Hamburger Frank Buchholz (221) und Martin Fohlert sowie Oliver Möllemann (je 224) souverän durch. Auch bei den Damen war der Turniersieg von Susann Fischer eine recht klare Angelegenheit: Mit ihrer bärenstarken vierten Runde (58 auf dem blauen Kurs), welche gleichzeitig die beste Turnierrunde der gesamten Damen-Division war, verwies sie Christine Hellstern (269) mit stolzen zwölf Würfen Vorsprung auf Rang zwei. Dritte bei den insgesamt 13 angetretenen Frauen wurde Sandra Meyer aus Hamburg (275).

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Marvin Hartmann siegt bei den Junioren

Knapper war es dagegen bei den Junioren: Marvin Hartmann (227) aus Münster sicherte sich mit einer bockstarken 53 in der Finalrunde einen knappen Sieg vor Carl Rose (228), der nach Runde 3 noch mit einem Wurf vor ihm gelegen hatte. Maik Hartmann schaffte es mit 232 Würfen als dritter aufs Treppchen. Ähnlich eng hielten es auch die Grandmasters: Hier sicherte sich George Braun (226) den Turniersieg, allerdings war ihm Wolfgang Kraus (227) dabei dicht auf den Fersen.

Gelungenes Turnierwochenende in Dassel

Die über 130, zum Teil ohne Startplatz angereisten Discgolfer erlebten am Haus Solling ein rundum gelungenes Turnierwochenende, zumal das Wetter (mit Ausnahme des verregneten Doubles-Freitags) bestens mitspielte. Zu schaffen machte den Turnierteilnehmern neben den Spätfolgen der feuchtfröhlichen Players-Party am Samstag lediglich die brutal knifflige Doppelinsel-Bahn auf dem gelben Parcours.

Hier waren Scores wie 7, 10 oder gar 14 und ziemlich lange Gesichter aufgrund der eng abgesteckten Inseln, die es zu treffen galt, keine Seltenheit. Nur wenige mutige Discgolfer trauten sich hier, die 150 Meter entfernte und mit einem Durchmesser von ca. 15 Metern beängstigend kleine, zweite Insel direkt anzugreifen und so den winkenden Eagle einzutüten. Neben Ralf Hüpper aus Köln gelang dieses Kunststück auch dem Hamburger TK Seifert, dessen Killer-Drive glücklicherweise auf Video festgehalten wurde.

Beitrag zuerst erschienen auf www.discgolf-magazin.de

Fotos: Tee Bird