Marc Mäding gewinnt erstes GT-Turnier

12.7.2010 – Von Ewald Tkocz. Bullenhitze mit Temperaturen von weit über 30 Grad, Bremsenplage und ein Flüssigkeitsbedarf von sechs Litern und mehr: an diesen „Ü-30-Tagen“ bestritten mehr als 100 Disc Golfer die GermanTour-Turniere in Meinerzhagen und Bartholomä sowie das Hyzernauts Summer Challenge. Im Wental machten „Volker & die jungen, wilden WSCA-Kerle“ den Sieg untereinander aus. Im Oberbergischen teilten sich zwei Freunde, Klaus & Frank, den Sieg. Vize-Europameister Michael Kobella dominierte die Hitzeschlacht in Poing bei München

Erster GermanTour-Sieg für Marc Mäding

„Endlich, endlich.“ Erleichtert kommentierte Marc Mäding seinen ersten Gesamtsieg bei einem GermanTour-Turnier. Auf den kurzen, aber sehr kniffligen Waldbahnen im Wental war Präzision gefragt. „Mein Genauigkeitsspiel war top“, äußerte der 17jährige zufrieden, „auch wenn ich anfangs zu zaghaft geputtet habe.“ Mit 14 unter Par gewann der Steinheimer mit drei Würfen Vorsprung vor Dominik Stampfer (Heidenheim), Moritz Lang (Söhnstetten) und Volker Meyer (Ulm). Lang war damit bester Open-, Meyer bester Masters-Spieler. Für den Ulmer war es bereits der dritte Saisonerfolg nach der WSCA-Vereinsmeisterschaft und dem B-Turnier in Grebenstein.

Nach Kreativ-Pause zurück in der Erfolgsspur

Er ist eines der größten Talente in Deutschland. Doch im Herbst des letzten Jahres schien er die Lust am Disc Golf verloren zu haben. Hatte er im Frühjahr 2009 noch die Szene bei den Junioren beherrscht, mit Siegen in Hesselbach, Dassel und beim Advanced Approach & Putt Turnier in Söhnstetten, wuchs der Rückstand auf seinen Vereinskameraden Dominik Stampfer bei der Deutschen Meisterschaft im September in Weilheim bis auf frustrierende 22 Würfe. „Es ging mir damals körperlich nicht gut“, erklärt der Gymnasiast seine Formkrise. „Ich habe dann eine kreative Pause eingelegt, um wieder Lust auf Disc Golf zu bekommen.“

Die Pause wirkte Wunder. Wie verwandelt, als habe er sich neu erfunden, tauchte Marc Mäding im Frühjahr wieder auf den Turnierplätzen auf. Seit dem Saisonstart beim 11. Hellsterns Hesselbacher Hofturnier, als Marc mit 18 Würfen Rückstand hinter „Domi“ Zweiter wurde, zeigte seine Formkurve ständig nach oben. Beim Advanced Approch & Putt Turnier betrug er nur noch vier, bei der Vereinsmeisterschaft des Sportclub Albuch (WSCA) nur noch einen Wurf auf den Deutschen Junioren-Meister der beiden letzten Jahre. Und nun, nach 13 Monaten, wieder der erste Erfolg über Dominik Stampfer. Marc hat in den letzten Wochen auch seinen Abwurf verändert. „Seit ich mit dem Power Grip werfe, hört die Scheibe nicht mehr auf zu fliegen“, erzählt er begeistert, „das motiviert mich richtig, weiter zu trainieren.“ Auf seinen EM-Startplatz hat er freiwillig verzichtet. „Die Europameisterschaft in Frankreich war für mich kein Anreiz, zumal ich schon 2008 die EM in Söhnstetten gespielt habe.“ Nutznießer war Sven Rippel, der nun an Stelle von Marc Ende August mit Dominik Stampfer nach Pas-de-Calais fährt. „Ich glaube, Sven ist richtig heiß auf die EM“, lacht Marc und drückt dem Lünener „Ersatzmann“ schon einmal die Daumen.

Und seine sportlichen Ziele? „Bei den Albuch Classic in diesem Jahr will ich alles geben“, sagt Marc, „darauf arbeite ich hin.“ Dann gibt es einen „Showdown“ der drei besten deutschen Junioren. Mäding wird auch das Saisonfinale in Kellenhusen Mitte Oktober spielen. Hier hat er bereits 2008 gewonnen. „Meine ganze Familie geht mit. Wir haben ein Ferienhaus unweit des Kurses gemietet. Die Landschaft ist toll und auch der Kurs ist eine Reise wert.“

Im nächsten Jahr beginnt für den Schüler des Technischen Gymnasiums in Heidenheim in der 12. Klasse der Abitur-Stress. Doch Marc sieht dem cool entgegen: „Es passt alles.“ Über sportliche Ziele im nächsten Jahr hat er sich noch keine Gedanken gemacht. „Domi und ich werden in der Open-Klasse spielen“, sagt Marc, „und es würde mich jucken, einmal im Ausland zu spielen.“

Ergebnisse unter: discgolf.de/Tour-Ergebnisse

Kattwinkel und Schube: Gute Freunde teilen sich den Sieg

Gute Freunde teilen (fast) alles: Gastgeber Klaus Kattwinkel und Frank Schube lagen beim Turnier in Meinerzhagen am Ende gleichauf. „Wollt ihr stechen?“, wurde Frank Schube nach den drei Runden gefragt. „Nö, keine Lust“, antwortete dieser und damit gab es zwei Sieger. In ihren jeweiligen Divisionen waren die beiden ohnehin ungefährdet.

Und wie sieht eine Disc Golf-Freundschaft aus? Jeden Sonntag morgen, zur besten Gottesdienstzeit um zehn, treffen sich Klaus und Frank in Remerscheid im Wald und spielen Disc Golf. Frühling, Sommer, Herbst und sogar im Winter. Und so wird ein bisschen verständlicher, dass die beiden in Meinerzhagen nicht nur auf demselben Niveau spielten, sondern auch noch den tüpfelgleichen Score erzielten.

Das Ergebnis von 19 unter Par bei extremer Hitze stellt in jedem Fall eine absolute Top-Leistung dar. Die beste Turnierrunde (28/9 unter Par) spielte EM-Teilnehmer Sven Rippel in der dritten Runde. Dies war auch nötig, um die inoffizielle Lünener Junioren-Meisterschaft vor Kevin Konsorr zu gewinnen. Sein „Lehrmeister“, Ex-Weltmeister Hartmut Wahrmann, der in der Open-Klasse Dritter hinter Heiko Niedermayer wurde, konnte diese Leistung nur kopfschüttelnd kommentieren. „Inoffizieller Sieger der inoffiziellen Kölner Stadtmeisterschaft“ (Ruth Kattwinkel) wurde Tobias Claus.

Ergebnisse unter: discgolf.de/Tour-Ergebnisse

Ein ausführlicher Bericht von Ruth Kattwinkel folgt

Kobella und Irmgard Derschmidt gewinnen 10. Summer Challenge

Vom Jubiläumsturnier der Hyzernauts in Poing bei München liegt bislang nur ein Kurz-Ergebnis auf der Gästeseite der Hyzernauts vor. Demzufolge gewann bei den männlichen Exemplaren Vize-Europameister Michael Kobella vor dem Österreicher Pachler, Ted Winkelbeiner und den Hyzernauts Kutschke und Fuchs. Bei den Damen siegte Irmgard Derschmidt (Österreich) vor der in der GermanTour führenden Tanja Höll (Augsburg).

Weitere Informationen ungewiss, Legendenbildung garantiert.

© 2010-2017 Deutscher Frisbeesport-Verband e.V. (DFV)