Zwei Profis auf der Durchreise

21.05.17 | Dr.Delay

(56th Bremen Series – Mai 2017)

So trug es sich am vorvergangenen Wochenende zu, dass im beschaulichen Bremen zum monatlich stattfindenden Regionalturnier im schönen Weseruferpark (WUP), an welchem sonst nur heimische Bremer oder in Hamburg lebende Exil-Bremer teilnehmen, zwei PDGA-Profis aufschlugen oder besser: abwarfen.

Dabei handelte es sich zum einen natürlich um Bremens bestes, selbst herangezüchtetes Produkt neben Werder: Simon Lizotte (24) und zum anderen um den erst 19 Jahre alten Eagle McMahon aus Boulder/Colorado (nicht die von einem berühmten Bonner Süßwarenfabrikanten). Beide sind für den an dieser Stelle natürlich aus werberechtlichen Gründen nicht zu erwähnenden selben Hersteller auf der Pro-Tour unterwegs und teilen sich das Discmania-Wohnmobil.

Simon wirft

Simon wirft

Eagle tanzt

Eagle tanzt

Während Simon jeden Baum im WUP kennt, war Eagle zum allerersten Mal in Deutschland, wobei man ihm fast beglückwünschen möchte, dass er dabei gleich mit der Weltmetropole Bremen anfangen durfte. (Gleichwohl der Autor ein freundliches und investigatives Gespräch mit zweitgenanntem Profi führen durfte, war nicht herauszubekommen, ob er wegen seines Namens früher gehänselt wurde, sein Vater ein Hippie ist und wie seine Geschwister heißen.)

Beide Pros waren erst kurz vorher gelandet und auf der Durchreise nach Konopiste/Tschechien, dem zweiten von vier World Tour Veranstaltungen, wo Titelverteidiger Simon am vergangenen Wochenende einen hervorragenden 4.Platz belegte und der erstmals mit einem fiesen norddeutschen Erkältungsvirus ausgestattete Eagle den 23.Platz belegte. Beim nächsten Mal geben wir ihm lieber die Bremer Stadtmusikanten als Schlüsselanhänger souvenirtechnisch mit.

Los ging es und Turnierdirektor Dave Lizotte (verwandt aber nicht verschwägert mit Simon) freute sich erstmals über ein ausgebuchtes Teilnehmerfeld nebst Warteliste, gleichwohl er mit einigen DNFs für die zweite Runde rechnete (siehe unten).

Simon, derzeit Platz 5 der Weltrangliste, der nach einem sechsmonatigen Hiatus nebst Wunderheilung durch die Schweizer Andreas und Irene Gertsch, seit einigen Wochen endlich wieder spielen konnte und Eagle (Platz 4) legten dann in der ersten von zwei Runden auf den 56er-Par-Kurs phänomenal los und spielten eine 43 bzw. 44. Und beide zeigten, warum sie in der Disc Golf Scene als „big arms“ bezeichnet werden, denn für Würfe über 150 Meter brauchten sie meist nur ´ne Midrange.

In der zweiten Runde gesellten sich dann der stets schick gekleidete Dave Wood dazu, sowie Urgestein Sebastian Schmidt, beide aus Bremen und beide mit einer fantastischen 48 belohnungshalber in den Leading Flight gerutscht. Beide kämpften anfänglich ein wenig mit ihrer Nervosität, spielten sie nicht nur mit zwei Pros zusammen, sondern auch vor einer immer größer werdenden Zuschauergruppe. TD Dave hatte nämlich Recht behalten (siehe oben). Überraschend nicht im Flight unser amtierender Meister Kevin „Döner ist mein Gemüse“ Konsorr, der einen erheblichen, arbeitsbedingten Trainingsrückstand zu beklagen und es mal gerade noch vorher zum Friseur geschafft hatte.

 Heute Bremen Series, Morgen Wacken

Heute Bremen Series, Morgen Wacken

Was passierte auf den 18 Bahnen der zweiten Runde?

  • Bahn 3: Eagle tritt in Hundekacke
  • Bahn 8: Simon whatsappte abwechselnd mit seinen beiden Freundinnen und stand dem TV-Team von Radio Bremen auch zwischen den Würfen zur Verfügung (die Red.: wow !)
  • Bahn 12: Eagle übernimmt die Führung
  • Bahn 14: der Kameramann zieht ein 800er Tele auf
  • Bahn 18: Eagle vor Simon, aber insgesamt: Gleichstand (88)

So ging es in ein zuvor vom TD Lizotte Senior bereits angekündigtes Vier-Bahnen-Show-Finale, in welchem Wood und Schmidt nun durch Michel „Chelle“ Voigt aus HB und dem Peiner Fabian Kaune ersetzt wurden. Die zuschauende Meute wuchs und Chelle über sich hinaus, hielt er auf den finalen Bahnen mit den Pros uneingeschränkt  und unter Freudentränen anwesender Einheimischer mit, wenn die Drives der beiden Titelhelden auch stets ein kleines bisschen weiter waren. Tolle Leistung, Michel.

Am Ende konnte Eagle einen Wurf herausspielen und erstmals in der Disc Golf Geschichte der Bremen Series musste sich Simon einem anderen Spieler beugen. Zuletzt verlor Simon auf Bremer Boden als er fünf Jahre alt war oder so.

Das Medieninteresse war groß

Das Medieninteresse war groß

Fazit: Ein toller, frühlingswarmer Spieltag im schönen WUP, mit herausragenden Leistungen zweier Pros, die beim nächsten Auftritt hierzulande vielleicht auch mal das eine oder andere deutsche Turnier mitspielen.

  • und einige Bremer Disc Golfer haben auch den prima, simonlastigen TV-Bericht bei „buten & binnen“ z.B. bei Facebook gepostet
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