4. Big Hill King: „I survived the hill“

CIMG97998.7.2013 | Guido Reinhart. Wieder einmal war der wunderschöne Parcours im Allgäu der Austragungsort für ein Discgolf-Turnier. Die vierte Auflage des Big Hill King war erstmals als A-Turnier der German Tour angesetzt und so freuten sich die 51 Teilnehmer über den von TD Paul Davies frisch „gepimpten“ Kurs.

Für einen gepflegten Kurzhaarschnitt hatten die Kühe gesorgt und wo es noch nötig war, waren Manu und Flo mit der Motorsense im Einsatz. Überall rutschfeste Matten und Abwurfplattformen aus Holz liessen das Discgolferherz höher schlagen.

Der Slogan „I survived the hill“ begrüsste die Spieler am Caddyshack auf Plakaten und DGA-Scheiben. Wie bereits in den Vorjahren wurde das Motiv vom Designer Robert Mäde entworfen.

Das Wochenende startete am Freitag mit freiem Training und dem Doubles-Wettbewerb. Bewölkt aber trocken. Noch machte der Survival-Slogan niemandem Angst und entsprechend gut waren die Ergebnisse der Doubles-Sieger Michi Stelzer mit Christian Schmidt. Mit 44 Würfen gewannen die beiden vor Christoph „Xiph“ Kroll mit Florian Knoll (48 Würfe) und Jonas mit Papa Ralph Lehmann (49 Würfe).

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Am Samstag Morgen bewies der Slogan, dass er es in sich hatte. Das Auge schien einem zuzuzwinkern: „Can you survive the hill? Kannst du auch im Regen?“ Nicht alle kamen mit dem Regen zurecht und so gelang es nur vier Spielern unter Platzpar zu spielen. Nachdem es in den vergangenen zwei Jahren keinem Spieler gelungen war ein Ass zu werfen, dauerte es dieses mal nicht lange. An Bahn 7 liess es Moritz „Mola“ Lang klingeln.

Das Chili in der Mittagspause wärmte von innen und so mancher gönnte sich auch ein frisches, trockenes Paar Socken. Da war der „Kucera-Allgäu-Style“ (kurze Hosen mit Gummistiefeln) gar keine so schlechte Idee.

Es regnete weiter. Auch in der zweiten Runde blieb es nass und ein kräftiger Wind gesellte sich dazu. Das war nicht nur unangenehm für die Spieler, sondern auch für die etwa 10 Spotter die von den ODGP (Oberstdorf Disc Golf Punks) organisiert wurden und einen tollen Job machten. An allen notwendigen Bahnen führten sie die Spieler sofort zu ihren Scheiben. Diesen Einsatzwillen honorierten die dankbaren Turnierteilnehmer mit einer Spendenaktion. „Der Erlös wird für ein schönes Grillfest verwendet“ freute sich Henning Jacobs.

Nach der Nachmittagsrunde beeilten sich die Spieler, von einem Nass ins andere Nass zu wechseln. Die heiße Dusche war wohltuend und gleichzeitig die letzte Generalprobe für das abendliche Karaoke bei der Playersparty im „Schiff“ in Biehlerdorf. So manches „Gallileo, Gallileo,…“ oder „Roooxaaaaane“ war auch am Sonntagmorgen noch zu hören.

„I will survive the hill“. Mit dieser Jetzt-Erst-Recht-Einstellung schulterten alle Discgolfer ihre noch nassen Taschen und starteten in die letzte Vorrunde. Ohne den lästigen Regenschirm, den man gerne auch öfter liegen lässt, ging es nun darum keine Punkte unnötig liegen zu lassen.

In fast allen Divisionen war noch keine Entscheidung gefallen. Dafür fiel ein weiteres Ass. Marian Ludwig warf einen Overhead, der auf Bahn 8 in den Korb skippte.

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Pünktlich zum Halbfinale der Open und den Finals der anderen Divisionen wurde es sonnig. Das unvergleichliche Alpenpanorama bot eine perfekte Kulisse für die anstehenden Entscheidungen.

Bei den Grandmastern starteten Wolfgang Kraus und Lothar Henseler punktgleich ins Finale. Erst an der letzten Bahn fiel die Entscheidung. Der Abwurf von Lothar Henseler ging ins OB und der Scheibensucher Wolfgang Kraus konnte sich über seinen ersten Sieg beim Big Hill King freuen. Der WSCAler Lothar Henseler wurde Zweiter vor Rudolf Haag aus München und dem WSCAler Karl-Heinz Warnke.

In der Junioren-Division spielte der Münsterländer Torben Casser ein starkes Finale (26 Würfe). Dies reichte jedoch nicht für den Sieg. Dieser ging an den Augsburger Jonas „Jo El“ Lehmann, der bereits am Samstag mit einer 51er Runde ganz stark aufspielte. Jonas und Torben stehen nach diesem Turnier punktgleich auf dem ersten Platz in der 12-Monats-Rangliste der GT bei den Junioren. Den dritten Platz belegte Henrik Streit vor Maximilian Tkocz.

Den Masterssieg holte sich der Ulmer Martin Fohlert. Entscheidend war das Birdie mit einem Putt aus gut 35 Metern auf der 120 Meter langen Bahn im Tal kurz vor Ende des Mastersfinales. Der konstant gut spielende Michael Lüders aus Isny konnte somit seines Vorjahreserfolg nicht wiederholen und belegte den zweiten Platz. Dritter wurde Guido Reinhart vor Arnold Meier (beide Scheibensucher Rüsselsheim).

Die Krone bei den Damen ging zum dritten Mal an die Hesselbacherin Christine Hellstern. Den zweiten Platz belegte die Scheibensucherin Sonja Scheidemantel vor Maren Mossig und Julia Burkhardt (beide DGCA).

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Nach dem Halbfinale der Top20 der Open stand fest wer den Berg ein weiteres Mal zu bezwingen hatte. Die fünf Besten durften sich auf die speziellen Finalbahnen freuen. Gute 300 Meter von der Abwurfplattform ganz oben auf den Korb ganz unten im Tal. Diese und weitere zuschauerfreundliche Bahnen hatte Paul Davies für die Finalisten vorgegeben. Die schönsten Würfe wurden von den zahlreichen Zuschauern bejubelt und mit Applaus bedacht.

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Mit einer konstant guten Leistung holte sich der WSCAler Christian Schmidt den fünften Platz. Auf den vierten Rang spielte sich der Oberfranke Marian Ludwig, der am Sonntag Morgen mit einer 48
seine beste Runde ablieferte. Ein gutes Wochenende war es für den WSCAler Moritz Lang. Mit einem Ass am Samstag und einer 47 am Sonntag zeigte er sich in guter Form und belohnte sich mit dem dritten Platz. Michael Stelzer aus Söhnstetten, der nach dem Samstag nur einen Wurf hinter dem Führenden lag, holte sich den zweiten Rang.

Nach starken Vorrunden (47, 48, 48) und einem fantastischen Halbfinale mit 23 Würfen wurden das Zepter und die Krone des Big Hill King zum zweiten Mal nach 2011 an Dominik Stampfer (WSCA) überreicht.

Für die Doubles-Sieger und die CTP-Gewinner Uwe Mossig, Marian Ludwig und Wolfgang Kraus gab es noch schöne Sachpreise von der DGA.

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„I survived the hill“. Am Ende durften sich alle wie Sieger fühlen, sie hatten den Berg bezwungen. Danke an Paul, Martina und die ODGP für die hervorragende Organisation.

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