Markus Källström zum EuroTour-Sieger erklärt

23.10.2010 | Ewald Tkocz. Gekrönte Häupter aus Frankreich werden seit König Ludwig XVI. vor 217 Jahren eigentlich nicht mehr gezwungen, ihre Krone abzugeben, es sei denn aus Krankheit oder Altersschwäche. In diesen Tagen muss jedoch ein Franzose, der nach dem letzten Turnier in Bern irrtümlich zum Gesamtsieger der EuroTour gekrönt wurde, unfreiwillig auf Titel und Ehre verzichten: Sylvain Gouge. Statt dem Mann aus Dijon taucht nun der Schwede Markus Källström in der offiziellen Schlusswertung auf www.pdga-europe.com als Sieger der EuroTour in der Open-Kategorie auf. Der Grund: Die Verantwortlichen in Bern hatten eine Regel im Handbuch „PDGA-Guide To Europe“ übersehen. Mit gravierenden  Auswirkungen.

Der Satz, der erst seit wenigen Tagen auf der Website der Professional Disc Golf Association (PDGA) Europe zu lesen ist, umfasst kaum drei Zeilen, sorgt jetzt jedoch dafür, dass die Gesamtwertung der EuroTour, die vor Bern weit mehr als 500 Spieler umfasste, nur noch 99 Namen enthält. Die Regel lautet:

„In all divisions players need to play at least one tournament in EuroSouth (Austria, Belgium, France, Germany, Netherlands, Switzerland and United Kingdom) and one tournament in EuroNorth (Denmark, Finland, Norway, Sweden, Russia and Lithuania) to be included in the standings.“

Im Klartext: Alle Spieler, die Ergebnisse nur in einem Teil Europas erzielten, wurden nun aufgrund der oben zitierten Regel, die erstmals in dieser Saison in dieser drastischen Form angewendet wurde, aus der Wertung gestrichen. Unter ihnen eben Sylvain Gouge und sein Landsmann Adrien Pontieux bei den Advanced. Beide hatten zwar im Laufe der elf Turniere umfassenden EuroTour in ihren Divisionen die meisten Punkte errungen, aber nur im Süden des Kontinents gespielt. Viele, auch deutsche Spieler, werden deshalb ihre Namen in den Ergebnislisten vergeblich suchen. Nur wer in Kopenhagen oder Stockholm antrat, blieb drin. Bei den drei anderen Turnieren in Schweden, Norwegen und Finnland war kein Spieler oder Spielerin aus Deutschland am Start.

Ärgerlich für die meisten Teilnehmer, dass die EuroTour-Wertung, die die ganze Saison über geführt wurde, einen anderen Anschein erweckte und selbst die Organisatoren des letzten ET-Turniers in Bern zu ihrem Fauxpas verleitete. Bleibt zu hoffen, dass es der EuroTour-Organisation im nächsten Jahr gelingt, solch entscheidende Punkte besser zu kommunizieren und zu einer Gesamtwertung zu finden, in der nicht der Großteil der Teilnehmer am Ende der Saison aus der Ergebnisliste verschwindet.

Hier die revidierte Ergebnisliste mit den drei besten Spielern jeder Division sowie den deutschen Teilnehmern, die in die Wertung kamen. Podestplätze gab es dabei für George (2. Grandmasters) und Jerome Braun (2. Junioren) aus Berlin sowie für Maximilian Bloch (3. Advanced) aus Bremen, unter die Top Ten spielten sich der Bremer Simon Lizotte (7. Open) und die Berlinerin Alessa Schwarz (5. Damen).

OPEN:

Markus Källström (Schweden): 692,5 Punkte/5 Turniere
Ville Piippo (Finnland): 650,0/5

Anders Swärd (Schweden): 584,0/5
Simon Lizotte (7., Deutschland): 428,5/4
Gregor Marter (18., Deutschland): 231,0/3
Jörg Eberts (40., Deutschland): 103,5/2
Victor Braun (42., Deutschland): 97,0/2
Nikolai Tsouloukidse (56., Deutschland): 1,0/1

OPEN DAMEN:

Birgitta Lagerholm (Schweden): 600,0/4 Turniere
Camilla Jernberg (Schweden): 600,0/5
Angelica Frantz (Schweden): 560,0/5
Alessa Schwarz (5., Deutschland): 160,0/2

MASTERS:

Kari Vesala (Finnland): 735,0/5 Turniere
Jean-Louis Tanghe (Belgien): 610,0/5
Derek Robins (Großbritannien): 590,0/5

GRANDMASTERS:

Paul Francz (Schweiz): 600,0/4 Turniere
George Braun (Deutschland): 510,0/4
Charlie Mead (Großbritannien): 470,0/4

JUNIOREN (unter 19):

Maxime Tanghe (Belgien): 400,0/3
Jerome Braun (2., Deutschland): 140,0/2

ADVANCED:

Chris Clausing (Niederlande): 260,0/3 Turniere
Vegard Age Larsen (Norwegen): 230,0/2
Maximilian Bloch (3., Deutschland) 220,0/2

Ergebnisse und Bildquelle: www.pdga-europe.com

Redaktion: Matthias Masel

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