Glandorf Open: Junger Hüpfer zeigt’s altem Hasen

8.9.10 | Michael Stiller. In Bad Fredeburg ging ihm mit dem zweiten Platz der Gesamtsieg noch knapp durch die Ketten – dieses Wochenende aber stimmte alles und es war soweit: Sven Rippel, Nachwuchstalent aus Lünen, gewann sein erstes GermanTour-Turnier! Aber von Anfang an …

2004 entstand auf dem Dinkelhof Horstmann im Osnabrücker Land, nord-östlich von Münster gelegen, eine Disc Golf-Anlage mit 9 Bahnen – weit und breit die einzige – die nächsten Anlagen standen in Dassel und Grebenstein. Das Eröffnungsturnier „1. Glandorf Open“ war mit 23 Teilnehmern recht gut besucht und drei immer noch wohlbekannte Spieler bestiegen damals das Siegertreppchen: Klaus Kattwinkel (100), Axel Sieburg (104) und Andreas Thöne (105). Axel stellte damals den bis letzten Samstag gültigen Kursrekord von 22 Würfen auf.

Sechs Jahre später luden Markus Bayer und Michael Stiller nun zum „2. Glandorf Open“ ein. In Disc Golf-Deutschland hat sich zwischenzeitlich viel getan: Anlagen in Bremen, Wolfenbüttel, Lünen, Meinerzhagen und anderen Städten entstanden und so fanden sich insgesamt 35 Teilnehmer am Samstagmorgen in Glandorf ein.

Der Morgennebel verzog sich gerade, als schon der Team-Bus der Wolfenbüttler Tee-Timers auf dem Hof stand und die ersten Scheiben flogen. Während den Spielern das Frühstück gereicht wurde, bereitete Markus Bayer die Anmeldung vor und Michael Stiller fuhr mit dem Fahrrad über Wiese, Stock und Stein und legte die Abwürfe für die erste Runde fest. Gemäß Zeitplan wurde pünktlich zum Playersmeeting gerufen und bald darauf ging es für die Spieler auf Runde 1 und 2 – die Aufwärmrunden. Die Bahnen 1 bis 4 wurden in den einfachen Varianten gespielt – kürzere Bahnen, kein Wasser, nichts besonders Aufregendes. Doch schon hier sorgten die „Tunnelbahn“ 3, die sehr kurze Anhyzer-Bahn 4 in den Wald und die Anhyzer-Dogleg Bahn 9 für erste Überraschungsergebnisse – letztgenannte Bahn besonders wegen des erstaunlich starken Windes von links.

Nach Runde 1 und 2 führte bei den Grand Masters Uwe Sedatzki (63) das Feld an, gefolgt von Gerhard Dorsch (64) und Karl-Heinz Schreiber (67). In der Masters-Klasse ging Josef Rippel (50) in Führung, verfolgt von den wurfgleichen Jan Lückemeyer, Uli Finke und Frank Schneider (alle 54) sowie Ralf Winkelmann (55). Bei den Open-Spielern übernahm Hartmut Wahrmann (45) die Führung, auf zwei Andre Klawonn (48) und Michael Rollnick (51). Insgesamt und in der Junioren-KIasse führender war aber schon hier Sven Rippel (43) mit deutlichem Abstand vor Melvin Korth (49) und Kevin Konsorr (52).

In der Mittagspause bei reichlich Pizza und Dinkelbier wurde sodann Kraft für die beiden folgenden Runden getankt, in denen die Bahnen 1 bis 4 deutlich anspruchsvoller wurden. Ein besonderes Highlight war hier Bahn 2, die nun vom Ufer quer über den Teich gespielt wurde, aber auch die verlängerten Bahnen 1 und 3 sorgten erneut für Emotionen. Bahn 4 wurde nun gänzlich im Wald gespielt und entlockte den Spielern ebenso viele Aaaahs und Ooooohs und dem Wald Spechtgeräusche wie schon zuvor die Waldbahnen 5, 6 und 7. Auch wenn einige Scheiben im Wasser landeten konnten doch alle geborgen werden und so versammelte man sich vollständig zur Nachmittagspause bei Kaffee und Kuchen um über das gerade Erlebte zu diskutieren.

Ein Blick auf das Scoreboard zeigte, dass bei den Grand Masters Karl-Heinz Schreiber vier Würfe auf Uwe Sedatzki gut machen konnte (beide 130) und Gerhard Dorsch (131) seinen knappen zweiten Platz verteidigen konnte. Uli Drews (136) folgte auf Platz 3.
Bei den Masters konnte Josef Rippel (104) seinen ersten Platz vor Jan Lückemeyer (105) knapp verteidigen. Ralf Winkelmann (110) konnte durch konstantes Spiel seinen dritten Platz verteidigen und die zuvor in Führung liegenden Uli Finke und Frank Schneider hinter sich lassen.
Hartmut Wahrmann (99) führte weiterhin knapp die Open-Klasse an, weiterhin verfolgt von Andre Klawonn (101) und Michael Rollnick (106).
Dass Sven Rippel (90) das Turnier und die Junioren-Klasse gewinnen würde war hier bereits abzusehen, die Platzvergabe zwischen Kevin Konsorr (103) und Melwin Korth (105) war hier aber noch lange nicht geklärt.

Gestärkt vom hausgemachten Pflaumenkuchen ging es nun für alle Teilnehmer auf die Finalrunde, in der Bahn 2 den Spielern einen Hyzer durch eine Baumlücke und über Wasser abverlangte. Die Weidentunnelbahn 3, die durch beherzten Einsatz der Säge von Michael Stiller in der Mittagspause um weitere unangenehme 10m verlängert wurde, ließ rückblickend nur Sven Rippel und Michael Konsorr zum Birdie einputten. Zur großen Freude aller wurde jedoch das Dogleg auf Bahn 9 entfernt, so dass in der letzten Runde noch mal herzhaft „drauf gegangen“ werden konnte!

Als dann die Siegerehrung folgte, stand eindeutig fest: Sven Rippel gewinnt sein erstes GermanTour-Turnier und das mit deutlichem Abstand! Aber schauen wir erst einmal auf die anderen Spielklassen, denn dort hatte sich einiges getan.

Bei den Grand Masters teilten sich Gerhard Dorsch und Karl-Heinz Schreiber (beide 163) den ersten Platz und ließen damit Uwe Sedatzki (164) knapp auf Platz 2 rutschen. Uli Drews (170) sicherte sich sich dahingegen Platz 3.

So wie Uwe erging es bei den Masters Josef Rippel (133), der Jan Lückemeyer (129) den verdienten Vortritt auf Platz 1 lassen musste. Platz 3 teilten sich Uli Finke, Markus Bayer und Ralf Winkelmann (alle 144).

In der Open-Klasse konnte Andre Klawonn (126) zwar einen Platz auf Hartmut Wahrmann (125) gut machen, es blieb dennoch bei Platz 2 für ihn und den Klassensieg für Hartmut. Michael Rollnick beendete das Turnier mit konstant guten Rundenergebnissen auf Platz 3.
Mit der Schnapszahl 111 beendete Sven Rippel jedoch, mit 14 Würfen Vorsprung auf Hartmut Wahrmann und einem somit eindeutigem Platz 1, das Turnier und stellte außerdem in der schwersten Runde, Runde 5, mit 21 Würfen einen neuen Kursrekord auf! Den Kampf um Platz 2 entschied bei den Junioren Kevin Konsorr (129) für sich, der auch mit 1,28m den CTP-Wettbewerb auf der Wald-Bahn 5 gewann. Melwin Korth (133, wurfgleich mit Platz 3 der Open-Klasse!) beendete das Turnier auf Platz 3.

Den Siegern der jeweiligen Spielklassen wurden unter Beifall und Kameraklicken die Siegerurkunden überreicht und die Gewinner aller Klassen durften sich zusätzlich über 2 Liter Krüge mit Dinkelbier (außer den Junioren natürlich) und einen Griff in die Scheibenkiste von Michael Stiller freuen.

Beim Hochladen der Ergebnisse resümierten Markus Bayer und Michael Stiller, dass die Organisation dieses Turniers angenehm problemlos verlief und dass das Bahnendesign den meisten Spielern alles abverlangt hatte, was die Endergebnisse belegen. Auch Herr Horstmann, der Besitzer des Dinkelhofs, war begeistert von dem Turnier und konnte sich gut vorstellen, nächstes Jahr wieder Gastgeber eines Glandorf Open zu sein. Aufgrund der vielen positiven Rückmeldungen zum Austragungsort, zur Verpflegung und zur Stimmung der Spieler untereinander wird sehr wahrscheinlich im September 2011 das 3. Glandorf Open statt finden.

Vor dem letzten NRWTour Turnier in Lünen anfang Oktober steht Sven Rippel übrigens bereits als deutlicher Sieger der NRWTour 2010 fest. Herzlichen Glückwunsch zu beiden Siegen!

Fotos vom Turnier

Turnier-Ergebnisse

Discgolf in NRW

NRWTour

Website vom Hof Horstmann

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