Spitzensport, Kultur und Fun: die 5. Ostpark Open

18.5.2010 – Von Ewald Tkocz. Kennen Sie Captain Corridor, den Boss oder Longflyer? Wissen Sie, welcher deutsche Spitzenspieler sich hinter dem Kosenamen „Handkäskeule“ verbirgt? Welcher Maddien letztes Jahr Deutschland bei der Disc Golf-WM in Kansas vertrat? Und an welchen Bahnen des mit „OO“ bezeichneten Kurses „JD“ und der Boss zuletzt Asse warfen? Nein? Dann bewerben Sie sich schleunigst um die noch restlichen vier Startplätze bei den 5. Ostpark Open vom 21. bis 23. Mai in Rüsselsheim. Die Scheibensucher feiern ihr fünfjähriges Bestehen, unter anderem mit einem kleinen Open-Air-Konzert im Innenbereich des Parks am Samstagabend. Das Motto lautet: Spitzensport, Kultur und Fun.

Seit einem Vierteljahrhundert fliegen im Ostpark Frisbee-Scheiben

Doch es begann alles weit, weit vor dem 13. März 2006, an dem die Ostpark Open Premiere feierten. Vor mehr als einem Vierteljahrhundert, Mitte der 80er Jahre, begannen Michael „Ede“ Hamann und Uwe Kleinböhl im Ostpark mit großen Freestyle-“Tellern“ auf Bäume und Laternen zu werfen. „Irgendwann sind wir selber auf die Idee gekommen, Disc Golf zu spielen“, erzählt Michael Hamann, „wir wussten damals noch gar nicht, dass es Fangkörbe gibt.“ Sie kreierten mit 18, 19 Bahnen einen festen Kurs. „Die Bahnen waren sehr lang, meist Par fünf, und bei jeder war mindestens ein Dogleg dabei. Dagegen ist der heutige Kurs richtig harmlos“, erinnert sich Hamann, „und für ein Skip-Ass an den kurzen 25 Meter-Bahnen gab es einen Wurf Abzug, einen Nuller sozusagen.“

Zu ihrem Jubiläumsturnier kehren die Gründerväter ein Stück weit zu ihren „Ur- Bahnen“ zurück. „Im Finale am Sonntag werden die fünf besten Open-Spieler auf drei oder vier Bahnen des ursprünglichen Kurses spielen“, kündigt Ede an. Back to the roots.

Die 5. Ostpark Open sind hervorragend besetzt

In der Open-Klasse sind sechs der derzeit besten zehn Spieler der GermanTour-Wertung am Start. Im Vorjahr demonstrierte Simon Lizotte aus Bremen seine überragende Klasse, als der damals 16jährige mit 17 Würfen Vorsprung auf Jan Bäss gewann und Michael Hamann zu der Aussage hin riss, „ein Außerirdischer zelebriert hier Disc Golf wie vom anderen Stern.“ Zu seinen schärfsten Konkurrenten 2010 zählen Klaus Kattwinkel (Engelskirchen) und Christian Plaue (Grebenstein), der bei der Deutschen Meisterschaft in Dassel vor drei Wochen stark auftrumpfte und Dritter wurde.

Hochklassige Masters-Konkurrenz

Hochspannung verspricht die Masters-Konkurrenz. Bis auf George Braun (Berlin) und Andreas Thöne (Grebenstein) sind alle Spieler von Rang und Namen in Rüsselsheim dabei. Frank Buchholz (Hamburg) ist Titelverteidiger bei den 5. Ostpark Open. Er lieferte sich im Vorjahr mit Thöne und Vize-Europameister Michael Kobella einen superspannenden Wettkampf und kann sich für seine knappe Niederlage bei der Deutschen Meisterschaft gegen Kobella revanchieren. Für einen Platz im Finale der besten vier Spieler gibt es eine ganze Reihe von Bewerbern: Martin Fohlert und Volker Meyer aus Ulm, der DM-Vierte Michael Voglmeyer (Nörten-Hardenberg) sowie Thomas Barker aus Frankreich. Aber auch Christoph Ladendorf und die Scheibensucher Rick Spear und Michael Malz sind auf ihrem Heimkurs zu beachten.

Bei den Junioren läuft alles auf den Zweikampf zwischen dem Deutschen Meister Dominik Stampfer (Heidenheim) und Sven Rippel (Lünen) hinaus. Sieben Würfe trennten die beiden EM-Starter bei den Titelkämpfen in Dassel. Bei den Damen wird Christine Hellstern (Oberkirch) ihren Erfolg vom Vorjahr wiederholen. Bei den Swiss Open in Genf erreichte sie als beste Mitteleuropäerin das Finale und wurde Vierte hinter den drei schwedischen Top-Spielerinnen Lagerholm, Frantz und Jernberg. Schweizer Gäste von den Walkabout Bern beim Jubiläumsturnier Benjamin Schneider (Walkabout) und Senior Grandmaster Francesco Puliafito (DiscPeople) aus der Schweiz werden den Sieg bei den Grandmastern unter sich ausmachen. Mit Julia Human, Markus Birkenmeier (GM) und Tinu Schär (M) sind weitere Gäste von den Walkabout Bern in Rüsselsheim zu Gast. Auch dies eine Reminiszenz an die Anfänge der Scheibensucher. Denn Michael Hamann und Uwe Kleinböhl spielten im Oktober 2005 beim Golden Leaf-Turnier in Bern (den heutigen Bern Open). Hamann: „Mit einer ausrangierten Stingray und einer Valkyrie. Was Stabileres konnten wir damals gar nicht werfen… . Uwe wurde 34., ich 36. von 44 Teilnehmern.“ Mit dem anschließend in der Lokalzeitung erschienenen Artikel über ihr Schweizer Abenteuer marschierten die beiden zur Stadt mit der Bitte, im Ostpark einen Parcours zu errichten. „Es war völlig unkompliziert“, erinnert sich Michael Hamann, „sie wollten nur, dass wir die Fangkörbe selbst finanzieren. Das Gelände haben sie uns kostenlos zur Verfügung gestellt.“

Umzug ins Parkinnere: zum Grillen und Open Air-Konzert

Das „Headquarter“ wird zum Jubiläumsturnier ins Parkinnere verlegt. Dort können sich die Spieler anmelden und essen. Am Freitag und Samstag wird dort gegrillt. Und am Samstag geht dort ab 19 Uhr „der Punk ab“. Drei Bands spielen bei dem kleinen Open Air-Konzert auf: Die Gruppe „DanceThroughMidnight“ aus Groß-Gerau spielt Pop und Punk, die „Nitribitts“ aus Wiesbaden Oldies aus den 60er-Jahren, Blues & Rock’n Roll und „The Mones“ covern die etwas berühmteren „Ramones“. Golfstart beim Doubles-Wettbewerb am Freitag.

Das Turnier startet am Freitag ab 12 Uhr mit dem Freien Training. Von 14 bis 17 Uhr können Teams im Golfstart zum Doubles-Wettbewerb antreten. Tee Off zur ersten Runde auf dem 21 Bahnen-Kurs ist am Samstag um 10.30 (Playersmeeting: 10 Uhr).

Turnieraussraibung und Anmeldung hier.

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