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Braunschweig: Subversives Treiben beim Nikolausturnier

Braunschweig hat einen neuen Discgolf-Parcours! Also fast. M√∂glicherweise. Um die Entwicklung der Angelegenheit in g√ľnstiger Richtung zu beeinflussen, sollte das Gel√§nde am Nikolaustag unter Zuhilfenahme mobiler K√∂rbe bespielt und so der regionalen Discgolf-Gemeinde vorgestellt werden. √úberdies sollte die gelungene, sowohl natur- als auch passantenschonende Ausrichtung eines Turniers als Werbung f√ľr die Idee eines fest installierten Parcours im Heidbergpark dienen.

Bei kritischer Betrachtung der Vorgeschichte der Veranstaltung offenbart sich jedoch ein handfester Skandal, den es zun√§chst in allen schmutzigen Details auszuleuchten gilt: Eine Gruppe subversiver Elemente des Discgolf-Sports ‚Äď s√§mtlich Mitglieder eines hier nicht zu nennenden Wolfenb√ľtteler Discgolf-Vereins ‚Äď fassten aufgrund ihres eher √ľbersichtlichen spielerischen Talents den perfiden Plan, das Turnier missbr√§uchlich auf einem nahezu unspielbaren Parcours zu veranstalten, um sich so endlich auch einmal aus ihrer sportlichen Drittklassigkeit zu erheben und in einem solchen Rahmen gl√§nzen zu k√∂nnen. Zu diesem Zweck wurden vorab eine Reihe von Spielbahnen konstruiert, deren Design zum Einen im deutlichen Widerspruch zum nat√ľrlichen Flugverhalten des Spielger√§ts stand und zum Anderen der Disharmonie des limitierten, teilweise geradezu grotesk anmutenden Bewegungsmusters der an diesem Vorhaben Beteiligten Rechnung trug. Zum jetzigen Zeitpunkt noch unbest√§tigten Ger√ľchten zufolge soll hierbei sogar ein Linksh√§nder mitgewirkt haben. Zahllose, in akribischer Manier absolvierte geheime Trainingsrunden sollten in einem weiteren Schritt dazu dienen, sich gegen√ľber den nichtsahnenden √ľbrigen Teilnehmern einen auch durch √ľberlegene Wurftechnik nicht auszugleichenden Vorteil zu verschaffen.

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So weit, so schlecht. Doch weil am Ende ‚Äď und insbesondere am Nikolaustag ‚Äď nat√ľrlich immer das Gute siegt, ging dieser Plan nicht auf. Frappierenderweise fand ein Gro√üteil der Aktiven, wie entsprechende R√ľckmeldungen nahelegen, durchaus Gefallen an dem Parcours. Und w√§hrend sich die Protagonisten des vorbeschriebenen Schmierentheaters am Ende als unf√§hig erwiesen, den sich auf solch unlautere Weise verschafften Vorteil zu nutzen, und sich so schlie√ülich im sportlichen Niemandsland wiederfanden, brillierten andere. Nicht ganz unerwartet dominierte Gene R√ľdiger, der sich durch die unkonventionelle Bahnf√ľhrung noch am wenigsten verunsichern lie√ü, den Rest des Teilnehmerfeldes und landete mit 74 W√ľrfen bei Par 76 unangefochten auf dem ersten Platz. Christian Aranowski hatte leider seinen Taschenrechner vergessen und konnte dieses Handicap auch durch seine √ľberragende Treffgenauigkeit nicht ausgleichen, so da√ü er den m√∂glichen zweiten Platz bedauerlicherweise verspielte. Diesen belegte ‚Äď ebenfalls keine echte √úberraschung ‚Äď Tobias L√ľlf mit 76 W√ľrfen. F√ľr den Experten allerdings verbl√ľffend gelang es Marek Mewes aus Helmstedt(!), sich mit 77 W√ľrfen auf Platz drei zu schieben.

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Insgesamt wird man ansonsten konstatieren m√ľssen, da√ü die Veranstaltung allein schon deswegen als Erfolg zu verbuchen ist, weil trotz der N√§he des Turniergel√§ndes zum St√§dtischen Klinikum an der Salzdahlumer Stra√üe, das immerhin √ľber eine psychiatrische Abteilung verf√ľgt, s√§mtliche Teilnehmer, die √ľber Stunden nikolausbem√ľtzt, scheibenwerfend und teilweise lautstark schimpfend arglose Passanten irritierten, unbehelligt den Heimweg antreten durften. Aufgrund der diesbez√ľglich mehrfach ge√§u√üerten positiven R√ľckmeldungen steht allerdings zu bef√ľrchten, da√ü das Parcoursdesign f√ľr den zuk√ľnftigen fest installierten Kurs beibehalten wird.

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Der altersbedingt stetig abnehmenden Merkfähigkeit des Referenten ist es geschuldet, dass die zahlreichen Angehörigen des Organisations- bzw. Helferteams, denen dennoch ganz pauschal gedankt werden soll, hier nicht namentlich zu nennen sind. Gesonderte Erwähnung verdient aber auf jeden Fall der Sportskamerad Hans Schulenburg, ohne dessen tatkräftigen Einsatz so ziemlich genau nichts gelaufen wäre.

Die Ergebnisse finden sich unter ‚ÄěTurniere‚Äú auf der Internetzheimseite der Tee-Timers. Die Turnierdirektion bedankt sich bei allen Spielern f√ľr die Teilnahme sowie f√ľr die wohlwollende R√ľckmeldung und w√ľnscht eine besinnliche und friedliche Vorweihnachtszeit!