57 Discgolfer beim WestfalenTour-Turnier in Lünen

11.2.2014 | Werner Szybalski

Zum zweiten WestfalenTour 2014-Turnier im Seepark in Lünen-Horstmar traten 57 Discgolfer an. Drei Pros, 14 Amateure und 39 Hobby-Spieler absolvierten die zwei Mal zwölf Bahnen am zweiten Samstag im Februar. TD Martin Zierke von den DG Lünen Lakers ließ die zwölf Bahnen rund um das Horstmarer Loch, dem ersten festen Discgolf-Parcours in Nordrhein-Westfalen, ohne jegliche Auflagen spielen.

Die Wettervorhersage verhieß nichts Gutes. Regenwahrscheinlichkeit von rund 75 Prozent mit mehreren Litern Niederschlag auf dem Quadratmeter. Doch Petrus ist ein Freund der WestfalenTour 2014. Wie schon beim Auftakt gab es nur ein paar vereinzelte Tropfen, die niemanden vom Spielen abhielten. Der sehr böige Wind machte es besonders den Anfängern sehr schwer. Manchmal flogen die Discs über zuvor nicht für möglich gehaltene Distanzen oder beschrieben Flugwege, die vermutlich auch kein Physiker hätte vorausberechnen können.

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Gestartet wurde um 9.30 Uhr in ausgelosten Flights, wobei TD Martin Zierke aus Ergste darauf achtete, dass die Anfänger gut verteilt wurden, dass Eltern auf Wunsch mit Kindern gemeinsam auf die Runde gingen und dass in jedem der zwölf Vierer- oder Fünferflights ein ortskundiger Discgolfer dabei war.

In der ersten Runde zeigte „Anfänger“ Julian Leichert aus Hemer, dass die Klasseneinteilung bei den Hobby-Spielern noch nicht ausgereift ist. „Wenn ein Turniernovize die beste Runde aller Teilnehmer spielt, zeigt dies einerseits, wie schwach das deutsche Discgolf in der Spitze noch ist, und andererseits, dass Spieler ohne Turniererfahrung bei der GT, der WT, der Bremer Serie oder der SONen-Tour in einer besonderen Einsteigerklasse beginnen sollten. Vor Dortmund-Wischlingen werden wir die Erfahrungen diskutieren und gegebenenfalls Änderungen festlegen“, verdeutlichte Werner Szybalski, Initiator und Organisator der WestfalenTour 2014, das der Schwachpunkt bei der gültigen Klasseneinteilung erkannt sei.

Der Lünener Hobby-Sieger Leichert spielte in Runde eins eine 35, womit er einen Wurf weniger als Kurserbauer und Ex-Overall-Weltmeister Hartmut „Hartl“ Wahrmann, dem Vorsitzenden des gastgebenden Vereins Discgolf Lünen Lakers, benötigte. Erst in der zweiten Runde gelang es Hartl den Nobody aus dem Sauerland zu schlagen. Mit 70 Würfen lag der „Deutsche Mister Frisbee“ lediglich einen Wurf vor dem „Hobby-Sieger“ aus Hemer.

Spannend ging es im kleinen Pro-Feld mit Münster-Sieger Kevin Konsorr, Altmeister Hartl Wahrmann und Youngster Marvin Hartmann zu. Der Münsteraner Schüler Marvin Hartmann zeigte sich unbeeindruckt von der Heimstärke der Lünener Hartl und Konsorr. Wurfgleich mit Kevin Konsorr (beide 37) beendete er die erste
Runde mit einem über Par. Nur Kursdesigner Hartmut Wahrmann hatte exakt Par (36) gespielt. Im Leadingflight der zweiten Runde des Turniers lagen die drei Pro-Konkurrenten also praktisch gleich auf.

Allerdings änderte sich die Reihenfolge schon auf der Bahn eins. Während der führende Hartl und auch Hartmann ein Boogie spielten, sicherte sich Konsorr mit einem Birdie die zwischenzeitliche Führung. Marvin Hartmann musste sich schon auf den ersten Bahnen der zweiten Runde mit Platz drei anfreunden. Der Lehrer griff aber seinen Schüler noch mal an. An Bahn fünf (Bild oben rechts) schloss Lehrmeister Wahrmann zum Musterschüler Konsorr auf. Doch schon zwei Bahnen später – am Korb sieben – lag Kevin Konsorr, der insgesamt neuen Birdies und nur drei Boogies (alle in der ersten Runde) spielte, wieder vorn. Diese Führung baute der EM-Teilnehmer bis zum Ende sogar noch auf vier Würfe aus.

Gleichfalls spannend ging es bei den Amateuren zu. Ralf Winkelmann (DG Lünen Lakers), der direkt am Seepark in Horstmar wohnt und arbeitet, nutzte schon im ersten Durchgang den Heimvorteil. Mit 36 Würfen (Par) lag er nach Runde eins auf Platz zwei der Gesamtwertung und führte gemeinsam mit dem Dortmunder Christian Hildebrandt (DG Lünen Lakers) und Jens Bußmann (DGV Meinerzhagen), die beide auch nur 36 Würfe benötigt hatten, das Amateur-Feld an. Knapp hinter dem Führungstrio lagen Dirk Haase (DG Lünen Lakers) und Steffen Schreiber (DGV Meinerzhagen) mit 37 Würfen im ersten Durchgang. Einen weiteren Wurf mehr (38) hatten die WestfalenTour-Turnierdirektoren Martin Zierke (Februar-Turnier) und Michael Konsorr (März-Turnier in Dortmund) benötigt.

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Die beste Runde im zweiten Durchgang legte bei den Amateuren der Lünener Grandmaster Uli Finke hin. Mit 34 Würfen kam er zwar nicht an Amateur-Sieger Ralf Winkelmann (35 Würfe, gesamt 71 Würfe) vorbei, sicherte sich aber zumindest gemeinsam mit Christian Hildebrandt (beide erreichten ein Gesamtergebnis von 72 Würfen) den zweiten Platz. Vierter wurde Jens Bußmann (73) vor Dirk Haase und Steffen Schreiber (beide 74).

Die Problematik mit der Einordnung neuer Discgolfer wurde in Lünen krass offensichtlich. Die ersten elf Plätze (!) gingen an gute Discgolfer mit wenig Turnierpraxis und keinem D-Rating. Heimlicher Sieger der Hobbyklasse wurde Marcus Dziuba aus Münster, der mit 778,5 Punkten in der aktuellen D-Rating-Liste verzeichnet ist. Neun Novizen lagen vor ihm und zwei weitere waren mit dem Münsteraner wurfgleich.

Platz zwei in der Hobby-Wertung wäre an Dana Jung (DiscGolfer Münsterland) gegangen. Sie war TD beim ersten WestfalenTour 2014-Termin im Friedenspark in Münster. Statt auf Rang vier zu liegen, hätte sie ohne starke Neueinsteiger im Friedenspark die Klasse gewonnen. „Es geht mir auch um meine Vereinskollegen,
die von der Spielstärke tatsächlich in die Hobby-Klasse gehören. Es ist nicht schön, wenn Neueinsteiger, die vielleicht schon viel mehr Praxis haben, als wir wissen, in einer Klasse antreten, die tatsächlich für Hobby-Spieler ist“, machte WT-Cheforganisator Szybalski an diesem Ergebnis deutlich, dass eine Änderung dringend notwendig ist: „Es könnte in Dortmund vier Klassen geben. In der Einsteigerklasse wird zwar ein Pokal ausgespielt, aber eingeordnet werden die Novizen nach dem Turnier in der Amateur- oder Hobbyklasse. Dort kommen sie hin, wenn sie vom Endwurfergebnis deutlich vor dem schwächsten Amateur und in der Spitze der Hobbygruppe liegen. Diese Einteilung behalte ich mir vor, die in die Amateure hoch gesetzten Einsteiger können sich natürlich an mich wenden, wenn sie sich falsch eingruppiert sehen.“

Julian Leichert gewann die Hobby-Klasse in Lünen mit 71 Würfen, womit er auch Dritter in der Pro und Sieger bei den Amateuren geworden wäre. Drei Würfe hinter dem starken Neuling aus Hemer landete der Bielefelder Alexander Sonsalla (74), der in Münster die Hobby-Klasse gemeinsam mit Daniel Klein (Bonn) gewonnen hatte. Platz drei gingen in Lünen an Fabian Purwins (Hemer) und Roman Wagner vom TV Bad Fredeburg, die beide 75 Würfe benötigt hatten.

Fotos: Werner Szybalski

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