Die Schlammschlacht von Pirmasens

7.1.2014 | Michael „Ede“ Hamann

Eigentlich gab es die Befürchtung, dass man Anfang Januar unter erschwerten Bedingungen im Schnee den schwierig zu laufenden Kurs in Pirmasens zu absolvieren hätte – aber weit gefehlt: Bei angenehmer Außentemperatur und täglichem Dauerregen im Vorfeld sowie Regen in den Runden 2 und 3 wandelte sich das Gelände im Streckzahl an manchen Bahnen (vor allem in Korbnähe) zur Rutschbahn mit hohem Matschanteil – und man war dankbar, den Korb als festes Halteelement in Anspruch nehmen zu können.

Trotz dieser erschwerten Bedingungen kamen 36 Teilnehmer (darunter mit Sonja Scheidemantel die einzige Dame) zum ersten Discgolf-Turnier ans Dynamikum im Strecktal. Besonders erfreulich war die Teilnahme von gleich 16 Turnierneulingen aus dem Umfeld von Pirmasens, die sich mittlerweile mehr oder weniger regelmäßig auf dem Kurs zum Spielen treffen und die somit die Gelegenheit bekamen, das Ganze erstmals unter Turnierbedingungen zu absolvieren.

In dieser Gruppe der Neulinge behauptete sich besonders Franz-Josef Hemmer mit einer guten spielerischen Leistung. Er erzielte in Runde 3 mit 38 Würfen sogar das drittbeste Ergebnis aller Teilnehmer in dieser Runde und konnte seinen wohlverdienten Heimvorteil etwas ausnutzen.

Überraschend war auch das Endergebnis des US-Amerikaners Will McCrary, der sich kurzfristig angemeldet hatte (einer von 2 Teilnehmern von der US AirBase Ramstein) und am Ende sogar den 3. Platz in der Open- Klasse zusammen mit Daniel Markert sichern konnte. Er absolvierte darüber hinaus von allen Spielern die meisten Bahnen mit dem Bahnpar und schaffte es, die 39 Bahnen ganze 30 Mal mit der Bahnvorgabe von 3 Würfen (bzw. an Bahn 13 vier Würfe) zu spielen.

Foto: Erik Stegner / Pirmasenser Zeitung

Foto: Erik Stegner / Pirmasenser Zeitung

Der Kurs bietet für geübte Spieler viele vermeintlich einfache Birdie-Chancen (zumindest wenn man Linkshänder ist oder als Rechtshänder einen guten Vorhandwurf beherrscht), die man aber, wie man weiß, auch erst mal im Turnier machen muss, wenn die Zusatznervosität beim Putten unbewusst zugeschaltet wird. Nur der alte Hase Christian Plaue zeigte mit insgesamt 20 Birdies bei 39 Bahnen, wie es geht – blieb dabei aber auch unter seinen Möglichkeiten. Der Platzrekord mit 32 Würfen aus Runde 1 konnte er in den Folgerunden nicht annähernd wiederholen, wobei der einsetzende Regen in Runde 2 und 3 für erschwerte Verhältnisse sorgte und das auch nicht zu erwarten war.

Gutes Schuhwerk war Voraussetzung, um die zahlreichen Hangpositionen der Bahnen und Körbe zu bewältigen. Nicht selten konnte man „lustige“ Rutschpartien beobachten (es wurden zum Glück keine Verletzungen gemeldet), die eine nachhaltige Beschmutzung der Ausrüstung zur Folge hatten. Eine solche Rutschpartie gelang auch Frank Steinbrink, der sich dafür aber als Belohnung das einzige Turnierass gönnte, welches er an Bahn 12 lautstark feiern konnte.

Die Bahn 13 wurde als Zusatzbahn aufgebaut und gab Gelegenheit, eine echte Par-4-Bahn zu spielen. Aus erhöhter Position galt es, etwa 150 Meter zu überbrücken und zahlreichen Bäumen aus dem Weg zu gehen.

Aus sportlicher Sicht war der souveräne Sieg des DM-Dritten Christian Plaue mit 14 Würfen Vorsprung keine Überraschung. Da aber weitere richtige Top-Spieler fehlten, waren die weiteren Plätze hart umkämpft. Neil Medler von den Rüsselsheimer Scheibensuchern erspielte sich Platz 2 mit der zweitbesten Runde (37 Würfe) in Durchgang 3 und verwies dabei den Teamkollegen Daniel Markert und den US-Amerikaner Will McCrary auf den gemeinsamen 3. Platz.

Spannender lief der Kampf um Platz 1 in der gemeinsamen Wertung der Master/Grandmasterklasse ab, in der sich etwas überraschend Grandmaster Rudolf Haag (extra aus München angereist) in den ersten beiden Runden die Führung sichern konnte. In der Finalrunde mit Turnierdirektor Michael Hamann und Scheibensucher Volker Dziemballa änderte sich aber diese Platzierung noch, da „Ede“ Hamann mit einer sehr guten 37er-Runde überzeugen konnte und somit Rudolf auf Platz 2 und Volker auf Platz 3 hinter sich ließ. Den inoffiziellen Damenplatzrekord erzielte Sonja Scheidemantel mit ihrer besten Runde und 46 Würfen.

Vorbildlich schlug sich auch der Neuling und direkte Anwohner Patrick Neumann aus Pirmasens, der alle drei Spielrunden nur mit einem Putter absolvierte und sich mit Sicherheit noch die ein oder andere Discgolf-Scheibe zulegen wird.

Das Turnier war ein idealer Testlauf im Hinblick auf das Zweitagesturnier am 31.5. und 1.6. an gleicher Stelle und zeigte die Schwachpunkte des von einem Berliner Planungsbüro erdachten Kurses auf. Für den Turnierbetrieb sind einige Körbe/Abwürfe zu nah beieinander, so dass unnötige Wartezeiten entstehen. Natürlich können einige Bahnen noch etwas verlängert werden, um die Schwierigkeit für ein B-Turnier entsprechend anzuheben. Diese Änderungen wird es defintiv für das Turnier geben – und dann ist das Ambiente im Strecktal ein idealer Ort, um Discgolf zu spielen und bei gutem Wetter wirklich eine Augenweide.

An dieser Stelle sei dem gesamten Team des Dynamikums gedankt, die letztendlich eigenständig den Kurs ins Leben gerufen haben. Die Zusammenarbeit im Vorfeld und während des Turnieres (hier wurde sogar während der Spielrunde der Dreck im Turnierbüro weggekehrt) war vorbildlich und der Gebäudekomplex „Dynamikum“ bietet die besten Voraussetzungen für eine professionelle Durchführung eine Discgolf-Turnieres.

Danke auch an Christian Plaue und Sebastian Pilger für die Planung und Auf- und Abbau der Zusatzbahn 13 sowie an René Kundel für die Vorbereitung an Bahn 7 (Glückwunsch auch für das gute Abschneiden beim Turnier!).

Es können sich alle Spieler freuen, die einen Startplatz bei den 1. Dynamikum-Open Ende Mai erhalten.

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