AA&P: Und jährlich grüßt das Murmeltier

wsca_blank216.4.2013 | Ewald Tkocz. Beim Advanced Approach & Putt-Turnier in
Söhnstetten fühlt man sich jedes Jahr an die Filmkomödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert. „Es sind immer dieselben vorne“, kommentierte „Score-Keeper“ und WSCA-Abteilungsleiter Dennis Stampfer trocken die Ergebnisliste dieses „Trainingsturniers unter Wettkampfbedingungen“ (Kurssetzer Jürgen Taube).

Dominik Stampfer feierte bei frühlingshaften 20 Grad seinen dritten Erfolg in der Open-Kategorie hintereinander. Martin Fohlert, der bereits 2010 gewonnen hatte, war bei den Masters der zwangsläufige Nachfolger des in die Open-Kategorie gewechselten Ralph Lehmann. Grandmaster Ewald Tkocz hatte bereits zum vierten Mal seit 2009 die Nase vorn. Und dass Natalie Moßig bei ihrem ersten Turnierauftritt 2013 das „Privatduell“ mit Julia Burkhardt – allerdings nur hauchdünn um einen Wurf – für sich entscheiden würde, war ebenfalls keine Überraschung. Legend-Spieler Bill Kelton, der gerne zu diesem Turnier ins Mauertal kommt, gab im zweiten Grandmaster-Flight mit seinem präzisen Spiel eine glänzende Figur ab.

Der 14-jährige Henrik Streit überrascht die WSCA-Junioren

Lediglich die Junioren tanzten aus der Reihe. Vielmehr ein 1,91 Meter großer Schlaks aus Erlangen. Der 14-jährige Henrik Streit ließ mit 16 Würfen unter Par die favorisierten WSCA-Junioren Jonas Lehmann und Maximilian Tkocz hinter sich und reihte sich gemeinsam mit Markus Mossig und Martin Fohlert auf Platz fünf der Gesamtwertung ein. Der junge Mittelfranke, der seine Osterferien in Kellenhusen offensichtlich intensiv genutzt hat, um sich auf seinen Auftritt auf der Ostalb vorzubereiten, war dem Autor bereits beim Putt & Approach-Turnier im Herbst 2012 aufgefallen, als er mit konstanten 25-er Runden einen Platz im Mittelfeld belegte.

Moritz Lang sprachlos über seinen Erfolg

Zu den angenehmen Überraschungen zählte auch Moritz Lang, seit 2006 Dauergast beim AA&P, der in der Open Kategorie mit 19 Würfen unter Par hinter GermanTour-Sieger Dominik Stampfer (- 25) Platz zwei belegte noch vor Michael Stelzer (- 18). Weniger überraschend war, dass es dem GermanTour-Sieger bei den Junioren von 2008, ob seines besten bei diesem Turnier jemals erzielten Resultats die Sprache verschlagen hatte. „Ich finde gerade keine Worte“, äußerte der Student aus Söhnstetten bei der Siegerehrung. Vielleicht lässt sich ja bis zur nächsten Gelegenheit, dem Wental Challenge in drei Wochen, das eine oder andere Sätzchen einstudieren…

Taubes Panoptikum der schwierigen Abwurfpositionen

Geburtstagskind Jürgen Taube, zu dessen Ehren das Turnier 2005 erstmals ausgetragen worden war, hatte sich bei der neunten Auflage wieder neun knifflige Bahnen im oberen, flachen Teil des Söhnstettener Kurses ausgedacht, „mit schwierigen Abwurfpositionen, wie sie bei jedem Turnier vorkommen können (Taube).“ Der Esslinger erntete bei allen Teilnehmern dafür vollstes Lob, zumal er auch Linkshändern eine faire, gleichberechtigte Chance einräumte.

Da nur eine der Bahnen mehr als 60 Meter Distanz aufwies, hatten die „big arms“ keinen Vorteil und dies gestattete interessante, Generationen übergreifende Vergleiche. Und so glückten gleich vier Spielern aus drei Generationen eine 20-er Runde (sieben unter Par): Dominik Stampfer, Ralph Lehmann, Dirk Elze und Ewald Tkocz, der an der „blind shot“-Bahn sieben das einzige Ass und sein erstes in einem Turnier überhaupt warf.

Was somit gefragt war, war „Konstanz auf hohem Niveau“, wie es Turniersieger Dominik Stampfer in einem Vier-Worte-Satz knapp zusammenfasste. Wer eine Par-Runde spielte, hatte bereits keine Chance mehr auf einen Spitzenplatz.

Fazit: Toller, anspruchsvoller Kurs, gute Stimmung, prima Leistungen, exzellente Versorgung durch die Küchen-Crew (super leckere Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und gemischtem Salat, inklusive Kuchen-Büffet). Wer allerdings schon am Vorabend „vorgeglüht“ hatte, bekam nicht nur wegen der strahlenden Nachmittags-Sonne eine rote Birne…

PS: Der Kurs in Söhnstetten ist derzeit noch nicht aufgebaut, da die Erweiterung des Parcours noch behördlich genehmigt werden muss.

Ergebnisse hier.

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