10 cm zur Titelverteidigung – Gene Rüdiger gewinnt erneut die Welfen Trophy

17.4.2013 | Andreas Hördt. Am Ende wurde er nochmal ganz wichtig, der einzige mobile Korb auf dem Parcours der 3. Welfen-Trophy im Braunschweiger Westpark. Der feste Kurs gibt eigentlich volle 18 Bahnen her, aber weil einige Abwürfe durch den langen Winter sehr matschig waren, und weil für die Deutsche Meisterschaft im September nach neuen Herausforderungen gesucht wird, wurde eine Bahn ersetzt und mit einem der mobilen Körbe der Wolfenbütteler Tee-Timers bestückt.

Der Kurs zeigte sich von seiner besten Seite: ein strammer Westwind machte die ohnehin relativ langen Bahnen nochmal ein ganzes Stück schwieriger. Besonders an der zwei, wo er so manche Scheibe, die den auf einem Hügel stehenden Korb anflog, zurück in ein garstiges Gebüsch warf. Mit einem Durchschnitt von 4,2 Würfen war die gar nicht mal so lange 90m-Bahn damit die zweitschwierigste und wird sicher auch bei der DM eine Schlüsselrolle spielen.

Das Turnier wird auch durch das spannende Finish in Erinnerung bleiben. Nach der dritten und vorletzten Finalbahn liegen die drei Tee-Timers und Trainingspartner Gene Rüdiger, Tobias Behrens und Junior Marvin Tetzel gleichauf. Auf der letzten Finalbahn, ein ca. 170m langes Par 4, schaffen nur Tetzel und Rüdiger das Birde, es kommt zum Stechen. Der Putt zum Birdie von Gene Rüdiger streift die Ketten, bleibt aber nicht hängen: immer noch kein Sieger.

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Es war ein langer Tag, alle sehnen die Entscheidung herbei, und die soll dann mit „Nearest to the Pin“ fallen. Der nächste fest installierte Korb ist weit entfernt: die Arme der Spieler sind durch die langen Finalbahnen schon arg strapaziert worden („Ich weiß, das ist harte Arbeit für Euch, aber es macht einfach Spaß, Euch zuzuschauen“ bedankt sich Turnierdirektor Andreas Hördt bei den Finalisten). Und da steht er dann, als sei er absichtlich dort hin gestellt worden, der mobile Korb, bereit zum Abtransport, ganz leicht durch einen Baum geschützt, in perfekter Entfernung.

Zuerst Marvin Tetzel, der schon als souveräner Sieger der Juniorenkonkurrenz feststeht. Seine Annäherung landet leicht links vom Korb, nicht schlecht, aber zu schlagen. Die Scheibe von Gene Rüdiger fliegt perfekt auf der Line, etwas zu lang, aber deutlich näher als die des Herausforderers, oder ? Als alle den Korb erreicht haben, wird klar: das ist ganz eng. Mit bloßem Auge ist nicht zu erkennen, welche Scheibe näher liegt. Es muss nachgemessen werden, erst dann steht fest: es sind ca. 10 cm, Gene Rüdiger hat seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt.

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Erwähnenswert ist auch die starke Besetzung der Damendivision: 5 Spielerinnen der gegenwärtigen Top Ten der Germantour haben mitgespielt, Ann-Christin Kleimann aus Braunschweig konnte sich letztlich durchsetzen.

Der mobile Korb wartet jetzt auf seinen nächsten Einsatz beim 1. Schlosspark Open in Wolfsburg am 4. Mai. Nicht Teil der GT-Serie, aber wegen des wunderbaren Geländes allemal eine Reise wert.

Fotos: Andreas Hördt

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