Einführung des neuen Punktesystems für die German Tour

gtlogo1.1.2013 | Dennis Stampfer für das GT-Gremium. Die German Tour ist eine Turnierserie für Spieler und Veranstalter, die sich aus Turnieren innerhalb eines bestimmten Zeitraums zusammen setzt. Ziel der Tour ist es, am Ende ein Tour-Ergebnis basierend auf den einzelnen Ergebnissen bzw. Turnieren zu ermitteln. Hierfür wird das Punktesystem der German Tour genutzt. Es legt fest, wie viele Punkte ein Spieler am Ende eines Turniers bekommt. Das Punktesystem ist einer von vielen Bausteinen, welche in ihrem Gesamtbild die German Tour ermöglichen. Kein anderer Baustein der German Tour sorgt für mehr Diskussionen und wurde so oft grundlegend überarbeitet und die kompliziertesten Lösungen diskutiert. In der Grundlage wird das System der letzten Jahre, an welches sich die Spieler bereits gewöhnt haben, weiter verwendet.

Das German Tour-Gremium hat auf der Mitgliederversammlung 2011 den Auftrag bekommen, das Punktesystem zu überarbeiten. Die Mitgliederversammlung 2012 hat einstimmig Änderungen beschlossen, welche nun umgesetzt wurden. In diesem Beitrag wird das Punktesystem vorgestellt.

Das bisherige System benachteiligt insbesondere schwache und kleine Divisionen, da die zu gewinnenden Punkte abhängig von der Teilnehmerzahl sind . Große Punkteabstände in den höheren Rängen und kleine Abstände in den niedrigeren Rängen sorgen für einen schnellen Punkteabfall, welcher in diesem Maße nicht gerechtfertigt und für Außenstehende nicht nachvollziehbar ist.

Die Grundlage bildet das System der letzten Jahre. Im überarbeiteten Punktesystem erfolgt die Vergabe der Punkte unabhängig von den Teilnehmerzahlen und mit einem weniger starken Abfall der Punkte. Für die Plätze 1 bis 4 sind die Abstände etwas größer als in den weiteren Platzierungen. Dies sorgt weiterhin für eine Belohnung für die Topplatzierten bzw. Finalteilnehmer. Die weiteren Punkte fallen in zwei Stufen linear ab.

Die Abbildungen zeigt das neue Punktesystem für GT-Turniere. Die Basis bilden B-Turniere mit max. 100 Punkten, welche wie bisher mit dem Faktor 2,0 für A-Turniere und 0,4 für C-Turniere gewichtet werden.

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Grafik vergrößert

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Die grundlegenden Eigenschaften des Punktesystems sind:

Klar und einfach. Spieler können mit einer realistischen Einschätzung ihrer Platzierung auf einen Blick ihre zu erwartenden Punkte vor dem Turnier ohne Einarbeitung abschätzen und nach dem Turnier nachvollziehen.

Divisionen sind getrennt. Divisionen werden bei der Punktevergabe ausdrücklich getrennt. Dies ist Grundvoraussetzung dafür, dass schwache Divisionen nicht benachteiligt werden. Ohne die Trennung der Divisionen würden sich Spieler anderer – evtl. stärkerer Divisionen – einreihen. So könnten Spieler kleinerer Divisionen durch schwache Spieler bevorteilt oder durch starke Spieler benachteiligt werden, mit denen sie jedoch nicht in Konkurrenz stehen.

Fester Punkteschlüssel. Die Punktevergabe erfolgt unabhängig von der Teilnehmerzahl. Ein Sieger erhält die maximal zu erreichende Punktzahl. Ein fester Punkteschlüssel von ausreichender Länge wird für alle Divisionen gleich angewendet. Eine Punktevergabe unabhängig von der Teilnehmerzahl führt dazu, dass die ausbleibende Konkurrenz oder „platzfüllende Spieler“ im Turnier den Punkteschlüssel oder die max. zu erreichende Punkzahl nicht mehr beeinflussen.

Linearer Punkteabfall. Die Punkte vom ersten zum letzten Rang fallen linear bzw. in gleichen Abständen ab. Ein linearer Abfall in allen Rängen ist fair, denn die Basis, auf der die Punkte vergeben werden (Platzierung), fällt ebenso linear ab. Um starken Spielern einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen und Finalisten zusätzlich zu belohnen, wird in den obersten vier Rängen ein höherer Punkteabstand beibehalten. Diese Belohnung ist schon im aktuellen System vorhanden, wird aber durch die vorgeschlagene Änderung abgeschwächt und auf vier Plätze begrenzt.

Keine reine Leistungswertung. Eine Honorierung des Turnierstatus und damit des potentiellen Teilnehmerfeldes und der sportlichen Leistung ist durch die Abstufung in Kategorien gegeben. Ein Leistungsfaktor der auf Grund von Teilnehmern, Kurs oder anderen Gegebenheiten bestimmt wird, lässt sich nicht transparent bzw. nachvollziehbar, vorhersagbar, fair und realistisch bestimmen. Hier muss beachtet werden, dass in der German Tour der Tour-Gedanke im Vordergrund steht: In der Tour geht es am Ende darum, wer in ihr die meisten Punkte erspielt hat. Das bedeutet, dass die Leistung eines Spielers im Sinne der Tour über die Punkte gegeben ist. Es geht nicht hauptsächlich darum, wer der beste Spieler ist. Genau hier setzten andere Systeme wie D-Rating oder PDGA-Rating an. Sie ermitteln zuverlässig die reine sportliche Leistung eines einzelnen Spielers um diese mit der sportlichen Leistung eines anderen zu vergleichen. Die Aufgabe der sportlichen Leistungsbestimmung wird durch sie also viel besser erbracht als durch die German Tour. Nicht der beste Spieler in Deutschland, sondern der beste Spieler der Tour gewinnt die Tour – und das ist unter allen Spielern derjenige, der alle notwendigen Turniere der Tour gespielt hat.

Die nach dem erläuterten Punktesystem erspielten Punkte werden nach Anwendung von Streichergebnissen addiert und ergeben so die Wertung der German Tour. Diese Wertung ist das Kriterium für die Qualifikation für GT-Turniere. Die Punkte der bereits gespielten Saison 2012 wurden zum 22.12.2012 auf das neue Punktesystem umgerechnet, so dass die Punktesysteme zur Qualifikation nicht vermischt werden. Die neue Wertung der German Tour sieht max. zwei A-Turniere zur Wertung vor. Diese werden bereits jetzt gewertet.

Für Rückmeldungen und Fragen rund um die German Tour ist das Gremium unter gt-gremium@ec08.de oder Dennis Stampfer unter sportdirektor@discgolf.de erreichbar.

Das German Tour-Gremium

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