PDGA Disc Golf-Regeln 2013: abgespeckt und aufgefrischt

28.11.2012 | Frank Neitzel. Eine Neufassung der Disc Golf-Regeln gehörte bisher nicht zu den jährlichen Ritualen der PDGA, sondern fand meistens im olympischen Rhythmus statt, zwischen der letzten und der vorletzten Revision lagen sogar fünf Jahre. Etwas überraschend deshalb, dass zum 1.1.2013, nur zwei Jahre nach dem letzten Termin, nun die nächste, insgesamt neunte, Regelfassung erscheint.

Spektakuläre Neuerungen sind in der kommenden Ausgabe allerdings wenig enthalten. Das Hauptaugenmerk des PDGA-Regelkomitees lag auf einer Neustrukturierung des Textes anhand eines spiellogischen Aufbaus, der unter anderem das Auffinden einschlägiger Regelstellen erleichtern soll, und auf einer Beseitigung von Redundanzen. Zumindest rein quantitativ wurde letzteres Ziel erreicht, der Gesamttext konnte um sagenhafte 25% gekürzt werden.

Zu den nennenswerten inhaltlichen Änderungen gehören vor allem:

– Alle Regelverstöße, die nur mit einer Verwarnung (gegebenenfalls einschließlich einer Wurfwiederholung) geahndet werden, bedürfen künftig nur eines Gruppenmitglieds, das diesen Verstoß anzeigt (‚callt‘). Regelverstöße, die einen Strafwurf nach sich ziehen, müssen auch künftig von mindestens zwei Gruppenmitgliedern angezeigt (bzw. assistiert) werden. Bei allen Standverletzungen darf sich der betroffene Spieler nicht selbst anzeigen.

– In Ergänzung zum Begriff der ‚Lage‘ wurde der Begriff ‚Position‘ eingeführt. Bisher war ‚Lage‘ doppeldeutig verwendet worden sowohl für die Stelle, an der der Spieler abzuwerfen hat (weiterhin ‚Lage‘), wie auch für die Stelle, an der sich die Scheibe befindet, nachdem sie zur Ruhe gekommen ist (nun ‚Position‘).

– Bisher führte das Auslassen einer Bahn zur Disqualifikation. Nun werden ausgelassene Bahnen wie (wegen zu späten Erscheinens) verpasste Bahnen behandelt (Par plus 4).

– Künftig ist es erlaubt, Scheiben zu fangen oder aufzuhalten, wenn dadurch verhindert werden kann, dass eine Scheibe verloren geht oder jemand getroffen werden könnte.

– Bei Pflichthindernissen gibt es keine standardmäßige Dropzone mehr. Wurde vom TD keine Dropzone benannt, ist nach verpasstem Pflichthindernis von der vorherigen Lage weiterzuspielen, sprich der Wurf zu wiederholen. Des Weiteren wurde die Regelung fallengelassen, dass nach erfolgreichem Passieren des Pflichthindernisses die Hindernislinie für das weitere Spielen außer Acht gelassen werden kann.

– GPS-Apps sind künftig zur Lage- und Längenbestimmung zugelassen.

Unverändert bleiben dagegen vorerst die Bestimmungen im Turnierhandbuch, die von einem anderen PDGA-Komitee festgelegt werden.

Englische Zusammenfassung der Regeländerungen

Textfassung der neuen Regeln

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