Die German Tour 2012 steckt voller Rekorde – Glückwunsch den Gewinnern

30.10.2012 | Susann Fischer für die DGA. Ein Jahr der Superlative: Rekord bei der Zahl der Turniere, Rekord bei der Zahl der Teilnehmer. Und nur eine einzige Titelverteidigung. Die German Tour 2012 umfasste 48 Turniere – 16 mehr als in der Saison 2011. Die Zahl der Teilnehmer erhöhte sich von 512 auf 676.

Der Abteilungsvorstand und das German Tour-Gremium des DFV gratulieren den Siegern und Platzierten. In wenigen Tagen werden die Besten ihre Urkunden erhalten. Stellvertretend für alle hat das Gremium bereits dem Sieger in der Open-Division, dem 19 Jahre alten Dominik Stampfer aus Heidenheim, gratuliert. Das Video dazu ist hier zu sehen.

Die einzige Titelverteidigung gelang Christine Hellstern in der Damen-Division. Erst beim letzten Turnier der Saison sicherte sich die frühere Deutsche Meisterin aus Hesselbach den Gesamtsieg. Rang zwei erreichte ein Neuling der Tour: Nach nur einem Turnier in der Saison 2011 griff Jutta Wenner aus Lünen in diesem Jahr gleich elf Mal ins Tour-Geschehen ein und sammelte so fleißig Punkte. Rang drei ging wie 2011 an die Deutsche Meisterin Susann Fischer.

Aus Sicht von Christine Hellstern zeigt die Damen-Wertung, dass in den kleinen Divisionen noch zu viel von der Zahl der Turnierteilnahmen und zu wenig von der Spielstärke abhängt. Bei einer leistungsstarken Spielerin wie Susann Fischer reichten sieben Turniere nicht, um die Gesamtwertung zu gewinnen. Christine Hellstern fuhr extra nach Beckum, um mit ihrem neunten Turnier (sie spielte kein A-Turnier) den Toursieg zu sichern und den sportlichen Wert der Tour zu betonen. „Schön ist, dass immer mehr Damen auf der Tour aktiv sind“, sagt Christine. Das belebe den Wettbewerb. In der neuen Saison will Christine konstanter spielen und ihr PDGA Rating verbessern.

Zunehmende Leistungsdichte

Doch nun zur „Königsklasse“. Die Teilnehmerzahl in der Open-Division stieg von 309 auf 397. Dominik Stampfer gewann die Tour in seinem zweiten Jahr bei den Großen. Der Heidenheimer verwies Vorjahressieger Christian Plaue aus Grebenstein auf Rang zwei. Dritter wurde Junioren-Europameister Sven Rippel aus Bergkamen – und das in seiner ersten Open-Saison.

Für Dominik Stampfer war der Gesamtsieg das „I-Tüpfelchen einer starken Saison“. Er habe erneut Fortschritte gemacht, vor allem mental, sagt der 19-Jährige. Aus Sicht des Heidenheimers wächst die Leistungsdichte zusehends: „Man muss mit mehr Leuten rechnen, die wirklich gute Chancen auf vordere Plätze haben.“ Neben neueren Spielern, die schon ganz vorne mitmischten, habe vor allem Sven Rippel ein starkes erstes Open-Jahr gespielt. Zudem habe Michael Stelzer auf Rang vier zu alter Stärke zurückgefunden. Und spannend sei natürlich vor allem das Kopf-an-Kopf-Rennen mit Christian Plaue gewesen.

Ob Dominik im Jahr 2013 die Titelverteidigung gelingt, ist nicht nur wegen der größeren Leistungsdichte offen. Der 19-Jährige wird 2013 voraussichtlich nicht so viel spielen können, da er seine Ausbildung zum Industriekaufmann abschließen will. Dennoch will Dominik versuchen, auch einige internationale Turniere zu spielen. Im Blick hat er die European Open in Finnland und das Major-Turnier in Dänemark.

Wieder rückt ein starker Junior auf

Wie auch immer es für Dominik laufen wird, die ganze Open-Division kann sich schon mal warm anziehen: Zur neuen Saison wechselt Junior Kevin Konsorr zu den Großen und macht dort mächtig Dampf. Der Lünener gewann die Junioren-Division 2012 mit großem Abstand und hat nach eigener Einschätzung deutliche Fortschritte gemacht.

Bei mehreren hochkarätigen Turnieren war Kevin Gesamtzweiter und bezwang damit auch beste Open-Spieler. „Das war für mich eine tolle Leistung“, sagt der 16-Jährige, der mit 20 Turnieren zu den Vielspielern gehörte. Der Tour-Zweite, Neuling Marvin Hartmann, spielte gerade mal halb so viele Turniere, wurde dabei aber immer stärker. Marvin werde die kommende Saison bei den Junioren interessant machen, ist sich Kevin sicher. Auch der Drittplatzierte Melwin Korth wird bestimmt wieder mit großem Elan auf Tour gehen.

Die Division der Masters ist 2012 auf knapp 100 Spieler gewachsen. Dabei mischten erstmals die „Altmeister“ Klaus Kattwinkel und Hartmut Wahrmann mit. Während sich Klaus mit elf gespielten Turnieren gleich an die Spitze der Gesamtwertung setzte, kam „Hartl“ auf Rang drei. Dazwischen positionierte sich Vorjahressieger Frank Buchholz aus Hamburg.

Klaus Kattwinkel spricht von einer „umkämpften Tour“. Es sei schön, am Ende als Sieger dazustehen. Konkrete Pläne für die neue Saison hat Klaus noch nicht. Er will Spaß haben und, „wenn Siege dabei herauskommen, umso schöner“.

Wachsende Konkurrenz auch bei den Grandmaster

Fast verdoppelt hat sich im Jahr 2012 die Zahl der Grandmaster. Unter den knapp 50 Spielern setzte sich Wolfgang Kraus aus Trebur vor Ewald Tkocz und Andreas Wegener durch. Kraus spielte erst seine zweite Saison in der Tour und nahm schon an 13 Turnieren teil. Blut geleckt ist dafür wohl der beste Ausdruck. „Ich freue mich sehr über den Gewinn der German Tour und bin darauf auch ein wenig stolz“, sagt der Hesse. Mit dem Sieg habe er nicht gerechnet. Aber nach den Erfolgen zu Beginn der Saison sei sein Ehrgeiz geweckt gewesen.

Keinen Zuwachs verzeichneten die Seniorgrandmasters und Legends. Dafür gab es aber auch hier neue Sieger: Benjamin Schneider verwies bei den Ü 60 Gerd-Peter Kastein und Francesco Puliafito auf die Plätze. Die „Legenden“ wurden von Willy Leifermann angeführt, es folgten Hans Behrendt und Wilhelm Heumann. „Legendär“ war vor allem der Auftritt von „Opa Willy“ auf seinem Heimkurs am Ostseestrand von Kellenhusen: Sein Fanclub begrüßte den 71-Jährigen beim A-Turnier überall im Ort auf bemalten Laken als frisch gebackenen Deutschen Meister.

Die Tour zu gewinnen, ist „Opa Willy“ allerdings nicht wichtig. „Für mich steht der Spaß auf Platz eins“, sagt er. Zudem versuche er, seine körperliche Form zu halten. Leider gebe es bei den Legends nur wenig Aktive. Daher gebe es meist eine gemeinsame Wertung mit allen Spielern ab 50 Jahre. Und da hätten die Legends trotz ihrer oft „olympiareifen Leistung“ keine Chance, sagt Willy und bedauert das fehlende Handicap beim Disc Golf.

Auf der Tour 2012 gab es im Übrigen insgesamt rund 3.700 Euro zu gewinnen. An die Besten werden weitere 1.930 Euro ausgeschüttet. Das Geld wird für Reisen zu internationalen Turnieren ausgezahlt. Erstmals erhält in diesem Jahr auch der Junioren-Sieger das Reisegeld. Außerdem bekommt er wie in den Vorjahren eine German-Tour-Card und muss damit in der Saison 2013 keine Startgelder bezahlen.

GT-Endstand 2012: http://gto.ec08.de/GtRankings/

 

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