„Da reecht mich schon die Frage uff“…

17.9.2012 | Michael Hamann. antwortete Turnierdirektor Andel Thöne beim Abendessen am Freitag beim Kultgriechen in Grebenstein auf die Frage ob er denn auch einen Ouzo wolle und sorgte so für eines der vergnüglichen Highlights eines der letzten verbliebenen „Old-School-Turniere“ der German Tour.
Im idyllisch gelegenen Grebenstein gehen die Uhren noch anders, wo sonst werden Gerichte auf einer Speisekarte nach lokalen Disc-Golf Größen benannt?, der „Menko-Teller (Gericht Nr.60)“ der nach dem Spitznamen von Marco Müller benannt wurde mundete vor allem „Ede“ Hamann der aufgrund dessen Empfehlung auch noch Gericht Nr.11 (gebackenem Schafskäse in Kräuterbutter) genüsslich verspeiste bevor es zu einigen selbstverständlichen Ouzo´s überging.
Rund 20 Spieler hatten sich nach dem Doubles-Turnier eingefunden welches vom Kölner „Kettenjeklüngel“ dominiert wurde. Während „Ralle“ Hüpper ausnahmslos punktgenaue Drives gelangen versenkte Teamkollege „Flo“ Menzel seelenruhig die Putts zu insgesamt 12 Birdies (davon 10 in Folge!!!), das Endergebnis konnte sich mit einer 42 natürlich mehr als sehen lassen.
Das bei der 9. Auflage des Zweitagesturniers in Grebenstein (Erstauflage 2003) das Wetter super mitspielte genossen die 57 Teilnehmer sehr und konnten ein wirklich sehr entspanntes Wochenende verbringen. Das Ambiente in einem Steinbruch, in dem man sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit zum Spielen und verweilen traf, war wirklich der ideale Ort um sich mit vielen sympathischen Gleichgesinnten zu treffen und eifrig Unterhaltungen zu suchen. Das Gastgeberteam präsentierte sehr viele Helfer die z.B. eine Cocktailbar aufgebaut hatten bei der sogar auf aufgeblasene Gummipalmen nicht verzichtet wurde. Das Lagerfeuer am Samstagabend nebst Grillen wurde dann auch von fast allen Teilnehmern genutzt um sich mit viel Flüssigkeit zu versorgen und um „fachzusimpeln“.
Eine derart entspannte Stimmung kann es wohl nur im DiscGolf geben und wurde auch in den Spielrunden immer wieder beobachtet. Ganz neu im Trend das Applaudieren zu gelungen Würfen mit Geräuschen und Klatschbewegungen der Marke „Seehund“ das „Andi“ Müller erfolgreich als Lehrmeister unter die Spielgemeinschaft brachte.

Auch der sportliche Teil war natürlich aller Ehren wert, vor allem Lokalmatador „Rokko, Lowie, Lui, Pläutzchen“ Plaue zeigte in den beiden ersten Runden Disc Golf vom Feinsten und legte mit einer 44er Runde auch den Platzrekord vor. Das stark besetzte Teilnehmerfeld inkl. Europameister Sven Rippel und dem Führenden der GT „Domi“ Stampfer lieferte sich einen spannenden Kampf um die vorderen Plätze. Erstaunlich die vielen guten ersten Runden (z.B. 7x Platzpar 54 in der Open Klasse meist von Spielern der zweiten Reihe), allerdings entwickelte sich das Turnier danach für einige Top-Spieler als schwierig war doch auf einmal der Kampf um das Platzpar die Aufgabe. Der Gewinner aus Lünen „Ralle“ Hüpper und der Junioren-Europameister Sven Rippel traten irgendwie auf der Stelle und ließen so einigen, bisher nicht so oft in den oberen Gefilden in Erscheinung getreten, Spielern den Hauch einer Chance ein sehr gute Platzierung zu belegen. Vor allem in Runde 3 (komischwerweise bei Sonnenschein von Anfang an und evtl. einem leicht stärkeren Wind als am Vortag) schwächelte der Top-Flight komplett obwohl „Domi“ Stampfer mit 3 unter Par (51) noch die Top-Runde spielen konnte. Jetzt schlugen die Stunden von Grandmaster Lothar Henseler und „Ede“ Hamann die es zusammen mit „Ralle Hüpper“ schafften mit 52 Würfen die zweitbesten Runden aller Teilnehmer zu spielen. Das brachte Lothar in der relativ großen Spielklasse mit 8 GrandMastern auch den souveränen Sieg ein (vor dem Zweitplatzierten Karl-Heinz Warnke und den wurfgleichen Drittplatzierten Thomas Wiegand und Elmar Stampfer) und ebnete „Wenigscheibenspieler“ Michael Hamann das wohl bisher einzige „Auswärtsturnier“ der Laufbahn welches unter Par abgeschlossen werden konnte und mit Platz 8 belohnt wurde. Ein grandioses Halbfinale spielte Chris Longmire (Endplatz 7) der auf den 9 Bahnen gleich 4 Birdies spielen konnte und zusammen mit Junior Jason Vogelmeyer die zweitbeste vierte Spielrunde (25 Wurf) hinter Sven Rippel (24 Wurf) hinlegen konnte.
Der knappe Sieg von Christian Plaue geht absolut in Ordnung da nur eine Runde von Dominik Stampfer direkt gewonnen werden konnte. Den Ausschlag könnte letztendlich zahlreiche Kurzfilme des hessischen Komikerduos „Badesalz“ gegeben haben die sich Christian in vergnügter Runde zwischen den Spielrunden immer mal wieder anschauen musste um Lockerheit und Spaß für die Runden zu speichern. Vor lauter Euphorie wurden dann auch gleich mal die beiden Weber-Profi-Kugelgrille über den Haufen gerannt wobei zum Glück aber kein Schaden entstand außer der üblichen Schadenfreude befreundeter Spieler.

Die Masterklasse war sehr spannend sodass um Platz 4, der den Einzug in das Finale berechtigte, gestochen werden musste. Andre Klawonn und „Trümmerkrake“ Michael Janske-Drost (JD) waren sich schon nach einer Spielbahn einig und „JD“ sagte sofort nachdem er gewonnen hatte das es ihm leid tut und zeigte nur zu gut das es im DiscGolf einfach anders zugeht.

Bei den Junioren überraschte wieder mal ein „Lizotte“- Familienmitglied die DiscGolf- Familie. Jason legt nämlich eine blitzsaubere 52er Runde vor konnte aber das Niveau nicht mehr halten und belegte letztendlich Platz 3 hinter Melwin Korth und dem Gewinner Marvin Tetzel, der in der Open-Klasse Platz 7 belegt hätte.

Bei den Damen waren nur die führende der GT-Wertung Sonja Scheidemantel und Maya Erdmann am Start die letztendlich mit 7 Würfen Vorsprung gewinnen konnte.

In jedem Fall ein Riesenlob an aller Helfer um TD Andel Thöne, dessen Reden im Playersmeeting durchaus einen Kulturpeis verdient gehabt hätten.
Das Ambiente um seine Pausen zu verbringen wird wohl unerreicht bleiben und sollte neben einem tollen Kurs in der nächsten Auflage zum 10-jährigen Jubiläum unbedingt besucht werden empfiehlt der Ede aus Rüsselsheim. Auf die Frage ob man selber schuld wäre wenn man nicht kommt kann es nur eine Antwort geben: „Da reecht mich schon die Frage uff“…

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