Simon Lizotte behauptet seinen Vorsprung

17.8.2012 | Ewald Tkocz. Simon Lizotte hat am zweiten Wettkampftag der Discgolf-Europameisterschaft in Colchester mit einer 58er-Runde (acht unter Par) seinen Vorsprung von vier Würfen behauptet. Erster Verfolger des Vize-Europameisters in der Open-Kategorie ist jetzt der Schwede Oscar Stenfelt, der am Donnerstag die beste Runde spielte (56). Karl Johan Hoj Nybo (Dänemark) verbesserte sich mit einer 59er-Runde vom neunten auf den vierten Platz hinter Erno Väyrinen aus Finnland. Bei den Junioren blies Sven Rippel (Bergkamen) zur Attacke. Mit einer tollen 60er-Runde verbesserte sich der Deutsche Juniorenmeister auf Platz zwei und weist nur noch einen Rückstand von drei Würfen auf den Schweden Kaj Larsson auf.

Foto: PDGA

Simon Lizotte macht einen entspannten Eindruck

Simon Lizotte macht in den Tagen von Colchester einen entspannten Eindruck. „Ich bin fit. Meine Rückenprobleme sind behoben“, sagte der Bremer nach der zweiten Runde, „sonst würde ich hier kaum auf diesem Niveau spielen können.“ Beim Weitwurf-Wettbewerb am Mittwoch feuerte er seine Scheibe – allerdings bei Rückenwind – auf sagenhafte 181 Meter. Simon Lizotte: „Die zweite Runde war solide. Natürlich war noch mehr drin, aber das ist ja bei mir immer so.“ Am Ende hatte er neun Birdies und einen Bogey auf seiner Score-Karte stehen.

Seine spektakulären Würfe machen in der Spielergemeinde rasch die Runde. „Dieser verrückte Bursche“, schüttelte Richard Wood den Kopf und erklärte mir haarklein die ballistischen Details von Simons Wurf an der 145 Meter langen Bahn sechs über den See und die hohen Bäume bis an den Korb. Und mit gespielter Empörung fügte der Brite an: „Und dann hat er den Korb auch noch um 15 Meter überworfen!“

Viele deutsche Spieler verbesserten sich in der zweiten Runde

Die zweite Runde: Bei vielen deutschen Spielern ging der Daumen nach oben. Dominik Stampfer verbesserte sich mit einer 63er-Runde auf Platz 20. Und auch Christian Plaue (32.) gelang am Donnerstag die erste Runde unter Par. „Nach sechs Bahnen lag ich fünf unter, konnte das Ergebnis aber nicht nach Hause bringen“, sagte der Teamkapitän nach seiner 64er-Runde. Der Braunschweiger Jan Janke liegt nach Runden von 76 und 72 Würfen gleichauf mit Michael Hamann, der dieselben Rundenergebnisse nur anders herum erzielte. Zehn Würfe weniger weist Frank Hellstern (Oberkirch) auf, der nach einer 68 am ersten Tag am Donnerstag eine 70er-Runde spielte. Christine Hellstern bestätigte ihr Ergebnis vom Vortag (80) und liegt in der von den Schwedinnen dominierten Damen-Konkurrenz auf einem guten neunten Platz.

Auch bei Frank Buchholz ging es deutlich bergauf. Mit einer 67er-Runde verbesserte sich der Hamburger in der bärenstarken Masters-Konkurrenz auf Rang 20.

Ansprechende Leistungen der vier deutschen Junioren

Die vier Junioren und die beiden Grandmaster konnten sich ebenfalls steigern. „Es klappt wieder“, grinste Sven Rippel, als er nach acht Bahnen bereits sechs unter Par lag. Die Verfolger-Position bietet für den smarten Burschen aus Bergkamen durchaus Vorteile: denn einige der Junioren, die nach der ersten Runde führten, wie der Finne Hakulinen oder der Lette Gabrielius Gricius, hielten dem Druck nicht Stand und brachen in der zweiten Runde ein.

Kevin Konsorr (Lünen) spielte Par (66) und festigte seinen achten Platz. Wie stark diese Junioren-Konkurrenz besetzt ist, zeigt der Umstand, dass Maximilian Tkocz (74/72) und Marvin Hartmann aus Münster (78/73) trotz sehr ansprechender Leistungen nur die Plätze 14 und 16 einnehmen. Dem 15-jährigen Geislinger fehlen lediglich zwei Würfe auf Platz zehn, dafür aber sämtliche Driver, die er in den beiden ersten Runden einbüßte. Seine Destroyer ist nicht die einzige Scheibe, die auf dem Dach des Headquarters an Bahn eins liegt. Doch herunter holen darf sie aufgrund einer strikten Anordnung der Universitätsleitung niemand.

Mit einer o.b.-freien 71er-Runde spielte sich der Autor des Berichts in der Grandmaster-Division auf den geteilten fünften Rang und freut sich in der dritten Runde auf die Flight-Partner Carl Seper aus Österreich und die Norweger Sivertsen und Garsia. Auch der „Scheibensucher“ Wolfgang Kraus hat sich nach Runden von 78 und 75 als Neunter unter die Top Ten gespielt. Da alle Spieler, die besser als Platz 20 sind, Punkte für den Nationencup sammeln, liegt Deutschland nach den ersten beiden Runden auf Position drei.

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