EM: Simon und Sven führen vor der letzten Runde

18.8.2012 | Ewald Tkocz. Simon Lizotte und Sven Rippel gehen heute, am letzten Tag der Disc-Golf-Europameisterschaft in Colchester, als Führende ihrer Division in die letzte Runde. Der 19-jährige Bremer baute am dritten Wettkampftag in der Open-Klasse seinen Vorsprung mit einer 58er-Runde auf fünf Würfe aus. Mit der besten Runde des Tages (55) verdrängte der Däne Karl Johan Hoj Nybo den Schweden Oscar Stenfelt (61) auf Platz drei. Stenfelt weist bereits einen Rückstand von sieben Würfen auf Simon Lizotte auf.

Heißer Sven Rippel kocht Kaj Larsson schon nach sechs Bahnen ab

Sven Rippel entschied in der dritten Runde ein anderes deutsch-schwedisches Duell klar für sich. Der Deutsche Juniorenmeister nahm dem bis dahin an der Spitze liegenden Kaj Larsson sieben Würfe ab und geht nun mit einem Vorsprung von vier Würfen ins Finale.

„Ich habe ihm gleich an der ersten Bahn den Zahn gezogen“, erzählte der Bergkamener nach der Freitag-Runde. Während Sven an der 176 Meter langen Par-Vier-Bahn ein Birdie vorlegte, verfehlte der junge Schwede das Mandatory und packte sich einen Doppel-Bogey auf seine Score-Karte. Damit hatte Larsson bereits beim Start seinen Vorsprung verspielt. Rippel nutzte den Rückenwind und holte auf den folgenden fünf Bahnen mit weiteren Birdies einen Vorsprung von vier Würfen heraus, den er bis zum Schluss verteidigte. Am Samstag dreht sich das Hase-und-Igel-Spiel um. Dann ist Sven Rippel der Gejagte und der Schwede wird alles versuchen, ihm den EM-Titel noch wegzuschnappen.

Foto: PDGA

Simon Lizottes Abendgebet: Wenn nicht ich, dann KJH

Simon Lizotte hat vor der letzten Runde seine gewünschte Ausgangsposition. „Sollte ich nicht Europameister werden, dann wünsche ich mir, dass es KJH wird.“ Lizotte hatte diese bereits am Mittwoch getroffene Aussage mit der Hoffnung verbunden, Karl Johan Hoy Nybo, nach der ersten Runde nur Neunter, werde noch zulegen. Und der Däne kam tatsächlich auf, legte am Freitag die beste Tagesrunde hin. Er konnte aber gegenüber dem Bremer in den beiden letzten Runden nur zwei der sieben Würfe Rückstand aufholen, die er sich in der vom Winde verwehten Auftaktrunde eingehandelt hatte.

Der Bremer spielt auf internationalem Top-Niveau

Dem 19-jährigen Bremer reichen derzeit solide Runden, um die Spitzenposition zu behaupten. „Solide“ Runden. Nur zum Verständnis: Seine beiden 58er-Runden wurden inoffiziell mit 1038 und 1036 eingestuft. Nimmt man seine Auftaktrunde hinzu (1070), spielt er derzeit mit einem Schnitt von 1048 auf internationalem Top-Niveau! „Ich habe auf den ersten acht Bahnen mit fünf Birdies stark begonnen, danach nur noch Par gespielt, und auf den letzten sechs noch einmal Gas gegeben“, analysierte er am Freitagabend beim Barbecue nüchtern seinen Auftritt.

Christian Plaue und Dominik Stampfer mit sich nicht zufrieden

Zwei weitere deutsche Spitzenspieler sind dagegen mit sich und der Welt derzeit nicht im Reinen. Obwohl Dominik Stampfer am Freitag seine beste Turnierrunde spielte (62) und sich mit sieben unter Par auf Platz 15 der Open-Kategorie verbesserte, war der Heidenheimer mit seiner Leistung nicht zufrieden. Und das, obwohl seine drei Runden mit einem durchschnittlichen Rating von knapp 1 000 Punkten zu Buche stehen.

Noch härter mit sich ins Gericht ging Christian Plaue, der nach der dritten Runde (64) wegen vergebener Chancen bei Putts und Annäherungen noch fassungslos war. „Wow! Ich liege zwei unter Par! Vielleicht sollte ich mir eine andere Sportart suchen“, lästerte der Teamkapitän über sich selbst. Plaue rückte auf Platz 29 vor.

Frank Hellstern mit soliden Runden – Jan Janke im Aufwärtstrend

Ups and Downs gab es für die anderen deutschen Open-Spieler. Frank Hellstern (68/70/72) war mit seiner Runde nicht unzufrieden, verpasste jedoch mit einer sieben an Bahn 12 ein besseres Ergebnis. Bei Jan Janke (76/72/68) zeigt die Leistungskurve dagegen klar nach oben. Seine 68 vom Freitag wurde mit 964 geschätzt. Ex-“Scheibensucher“ Jürgen Hamann (72/76/76) hat sich auf 76er-Runden eingeschossen. Und Jürgen Hermanns genießt das EM-Flair ebenso wie Josef Rippel.

Frank Buchholz ist nach einer 64er-Runde auf dem Vormarsch

Bei den Masters ist Frank Buchholz (73/67/64) auf dem Vormarsch. „Heute war ich erstmals richtig zufrieden“, sagte der Hamburger über seine 64er-Runde am Freitag, „ich hatte aber auch einiges gut zu machen.“ Mit sechs über Par arbeitete er sich auf Rang 13 vor.

Einige deutsche Spieler hatten Zuspruch nötig

Christine Hellstern, Ewald und Maximilian Tkocz hatten dagegen Zuspruch nötig. Christine Hellstern (80/80/84) fiel bei den Damen auf Platz zwölf zurück und Grandmaster Ewald Tkocz (77/71/80) musste nach einer fürchterlichen 80er-Runde Platz fünf räumen. Mit Tkocz, dem sehr solide spielenden Wolfgang Kraus (78/75/76), Luis Garcia (Norwegen) und Marion van Linden (Holland) gibt es vier Anwärter auf Platz sieben in der Grandmaster-Division. Die vier Spieler trennt lediglich ein Wurf.

Kevin Konsorr rückt auf Platz sieben vor – Marvin Hartmann klasse

Auch Maximilian Tkocz (74/72/79) war ohne seine geliebten Destroyer-Scheiben auf verlorenem Posten. Die gute Nachricht: die Familie fand eine der „lost discs“ in dichtem Brombeeren-Gestrüpp hinter der Bushaltestelle an Bahn 15 wieder. Marvin Hartmann (78/73/71) konnte sich dagegen weiter steigern. Kevin Konsorr (69/66/66) machte einen Platz gut und liegt in der erstklassig besetzten Junioren-Division nun auf Rang sieben.

Letzte Runde: Daumendrücken für Sven und Simon beim Livescoring

Die besten Open-Spieler gehen heute um 15 Uhr auf den Parcours. Dann ist für Discolf-Deutschland live scoring Pflicht. Für Sven Rippel gilt es schon ab 13:20 Uhr Daumen zu drücken.

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