Lasst die Spiele beginnen … und den Regen enden!

12.5.2012 | Christine Schnettler. Unter diesem Motto starteten am vergangenem Samstag 80 Discgolfer die „4. SeeparkmOpen“ am Horstmarer See in Lünen. Deutschlands frauenstärkstes NRW Turnier lockte Scheibenbegeisterte aus nahezu allen Bundesländern in das Städtchen an der Lippe, um auf dem diesjährigen C-Turnier zahlreiche GT-Punkte zu erringen. Ich weiß nicht wer es war, aber irgendjemand hatte an diesem Tag den Wettergott mächtig verärgert (wenn ich den erwische!). Kurz nach dem Aufstehen hörte ich es auch schon, wie es an mein Fenster prasselte. Blicke zum Himmel liessen auch nichts Gutes für den Tag erahnen. Es sah nicht so aus, als könnte man die Schleusen von oben schließen.

Aber wie sage ich schon immer zu meinen Kids im Kiga: „Es gibt kein schlechtes Wetter,nur schlechte und unangemessene Kleidung!“ Gewappnet mit ausreichend Wechselsachen, einem großen Schirm und natürlich meinen Scheiben begab ich mich zusammen mit meinem Freund Nico auf die halbstündige Fahrt in den Seepark, um dort beim Aufbau für die Pavillions zu helfen. Turnierdirektor Hartl schien auch nicht besonders angetan von der derzeitigen Wetterlage und man konnte noch den ganzen Tag von ihm hören: „Ich hasse Regen, Matsch und diesen ganzen ollen Dreck!“

Platzregen wechselte sich mit Nieselregen ab, aber wo blieb die Regenpause? Aussichtslos! Keine Windböe in Sicht, die die Regenwolken hätte vertreiben können. 80 unerschrockene Discgolfer trotzten dem Wetter und gingen mit Sonne im Herzen nach der Begrüßung durch den Turnierdirektor und Masters-Spieler Hartmut Wahrmann (Hartl) mit etwas Verspätung auf die erste Runde.

Um weite Wege zu sparen, spielten die Flights zunächst 2x die 12 Bahnen im Seepark bzw. 2x die 12 Bahnen in der Alten Ziegelei. Besonders erfreulich war die Teilnahme von 7 Damen, die die 5. Division komplettierten. Maja Erdmann, Vorjahressiegerin, ging dieses Jahr leider nicht an den Start.

Insgesamt bildeten 10 Grandmaster, darunter ein Senior Grandmaster, 9 Junioren, 37 Open-Spieler, 17 Masters und die 7 Damen das spannungsgeladene Teilnehmerfeld. Durch Pfützen und hohes Gras stapfend, kämpften alle Spieler um niedrige Rundenergebnisse. Junior Kevin Konsorr (Discgolf Lakers Lünen) und sein Trainingspartner Sven Rippel (Discgolf Münster), der kürzlich in die Open-Klasse wechselte, spielten beide ein Rundenergebnis von 60 Würfen im Seepark ein. Der Hammer: denn dies bedeutet 12 Wurf unter Par. Ihr Lehrmeister Hartl (Discgolf Lakers Lünen) sicherte sich mit einer 64 eine gute Ausgangsposition in der Verfolgungsjagd.

Master Klaus Kattwinkel und Open-Spieler Jonas Schäfers heften sich mit einer 66 anHartls Fersen und waren bereit das Kopf-an-Kopf-Rennen in der 2. Runde fortzusetzen.

Bei den Damen setzte sich meiner einer (Christine Schnettler, Discgolf Lakers Lünen) mit 12 Würfen Vorsprung zur weiblichen Konkurrenz an die Spitze. Gefolgt von Dana Jung (Discgolf Münsterland) und Jessica Oberholthaus mit jeweils 93 Würfen. Zur Freude des neu gegründeten Vereins „Discgolf Lakers Lünen“ spielte sich nach der 1. Runde Ralf Winkelmann auf den 6. Gesamtplatz. Zum Ende des Turniers durften wir ihm weiterhin zum 6. Platz, aber auch zum Sieger des CTP-Wettbewerbs gratulieren.

In der Mittagspause wurden nicht nur wichtige Erfahrungen ausgetauscht, sondern mit zunehmendem Regen auch Taucheranzüge angezogen. Spass beiseite, aber den hätte ich gerne dabei gehabt. Einmal Komplettgarderobe gewechselt, Pizza verspeist und gestärkt konnte es weitergehen…doch HALT!

Die Flights aus der Alten Ziegelei kamen jetzt gerade von ihrer ersten Runde mit mehr oder weniger zufriedenen Mienen zur ihrer wohlverdienten Mittagspause in die Spielerpavillons zurück. Das nenn ich mal gutes Timing! Besser kann das Abwechseln beim „Essen fassen“ gar nicht klappen. Das örtliche Catering der italienischen Jungs hat mal wieder wunderbar geklappt und da nun alle Schachteln leer gegessen waren, konnte es doch nur Sonnenschein geben, oder?

Gerd und Frank hatten die Auswertung während der Mittagspause fest im Griff und so wurden für die 2. Runde Flights nach Divisionen eingeteilt. Für mich persönlich bedeutete das seit langem mal wieder ein reiner Frauenflight.

Sehr zur Freude des führenden Juniorenflights, bestehend aus Kevin Konsorr, Melwin Korth, Torben Casser und Jason Voglmeyer, folgten wir ihnen rüber in die Ziegelei und starteten dort eine Bahn hinter den Juniors. Man, was hatten wir für einen Spaß, wenn wir mal wieder gemeinsam an einer Bahn unter den Schirmen auf die „alten Hasen“ gewartet haben.

Da sage mal einer unsere Jugend von heute sei nicht hilfsbereit! Sie haben uns beim Spotten geholfen, vermisste Scheiben im Gebüsch wurden von ihren Röntgenaugen schnell wiedergefunden, perfekte Schneisen zum Durchqueren des Geländes wurden vorbereitet, Hände gereicht zum Bewältigen von steilen schlammigen Abhängen, Tipps zum Umspielen von „Ich-trau-mich-aber-nicht“ – Hindernissen gegeben, … was will Frau
mehr? Vielen Dank Jungs für dieses sehr entgegenkommende Verhalten!

So nun vom Rande des Geschehens zurück zum Hauptakt. Sowohl in der Ziegelei als auch im angrenzendem Seepark wurden sich heftige Gefechte und Duelle geliefert. Ein jeder wuchs über sich hinaus, vergass die erschwerten Wetterbedingungen und machte sich daran Körbe zu werfen.

Die 12 Bahnen im Seepark mit Längen zwischen 50m-120m waren eher auf kurzes und genaues Spiel ausgelegt. Eine besondere Herausforderung stellte sich hier an der Bahn 9, wo in ca. 50m Entfernung eine 8m tiefer gelegene Insel mit einem Durchmesser von 10m genau getroffen werden musste, da man sich ansonsten in der allseits unbeliebten Dropzone wiederfand. Klaus Kattwinkel gelang auf dieser Bahn am heutigen Tag leider nur ein „Fast-ASS“, denn der Korb traf er erst beim 2. Wurf von oben.

Die zweiten 12 Bahnen auf dem Gelände der alten Ziegelei lagen überwiegend in offenem Gelände und waren mit Längen von durchschnittlich 100m-150m etwas für Weitwurfspezialisten. Sven Rippel (Discgolf Münster), darf sich bei den „4. Seepark Open“ als ein solcher bezeichnen! Er erspielte sich mit einer hervorragenden 2. Runde in der Ziegelei (68) den Gesamtsieg mit 128 Würfen und gewann so knapp mit 2 Würfen vor Kevin Konsorr (Discgolf Lakers Lünen). Für dieses überragende Ergebnis kassierte Sven auch wohlverdiente 40 Punkte für die GT-Wertung. Die beiden Lüner Talente bestiegen jeweils auch das höchste Treppchen in ihren
Divisionen.

Ebenfalls erwähnenswert ist die Leistung von Hartl (138), Klaus Kattwinkel (140), Jonas Schäfers (145) und auch Wolfgang Kraus (155), der seine Verfolger bei den Grandmasters mit 17 Würfen abhängte.

Bei den Damen konnte ich, Christine Schnettler (179), mich zum Vorjahr um 16 Würfe verbessern, und durfte somit das Treppchen vor der Lünerin Jutta Wenner (193) und der Münsteranerin Dana Jung (198) besteigen.

Ein ganz besonderer Dank gilt zum Ende den fleißigen Helfern am Verpflegungsstand, die uns über den gesamten Tag mit allerlei Getränken und Snacks versorgten. Ebenfalls ein großes Dankeschön an Gerd für die Organisation der Flights und natürlich an unseren Turnierdirektor Hartl, der mal wieder ein grandioses und unvergessliches Turnier in Lünen auf die Beine gestellt hat.

Am Ende meines Berichts möchte ich mich noch bei allen Discgolfern ganz herzlich füreure Teilnahme am Turnier bedanken, und ich freue mich sehr darüber, dass ihr nicht nurviele Fußspuren im aufgeweichtem Gelände hinterlassen habt, sondern auch Spuren der Begeisterung und der Freude, sowie des Teamgeistes! Ich hoffe wir sehen uns im September zum B-Turnier!

Top 3 der jeweiligen Divisionen:
Grandmaster:
1. Wolfgang Kraus – 155
2. Manfred Becker – 172
3. Gerhard Dorsch – 173
Junioren:
1. Kevin Konsorr – 130
2. Melwin Korth – 151
3. Torben Cassser – 154
Masters:
1. Hartmut Wahrmann – 138
2. Klaus Kattwinkel – 140
3. Ralf Winkelmann – 145
Open:
1. Sven Rippel – 128
2. Jonas Schäfers – 144
3. Dirk Palliga – 147
Tobias Renner – 147
Damen:
1. Christine Schnettler – 179
2. Jutta Wenner – 193
3. Dana Jung – 198

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