„Hartl“ gewinnt die 1. Beckum Open

21.4.2012 | Werner Szybalski. Die Frage „Konsorr oder Rippel?“ beantwortete ihr Lehrmeister Hartmut „Hartl“ Wahrmann am Sonntag (15. April) im Beckumer PhoenixAktivPark auf seine Weise. Der Altmeister gewann souverän die 1. Beckum Open, deren Parcours es in sich hatte. Ermutigt durch seine Teilnahme am B-Turnier in Dassel kreierte TD Werner Szybalski von den DiscGolfern Münsterland (DGM) in Beckum einen 18-Bahnen-Kurs, der den Spielern alles abverlangte. Deutlich machte dies Altmeister „Hartl“ Wahrmann. Nur ihm gelang es in der zweiten Runde mit einer 57 auf dem Par 58-Kurs zu unterspielen. In Runde eins hatte auch nur der DGMler aus Lünen Par gespielt. In Runde zwei gelang dies auch noch Open-Sieger Sven Rippel (gleichfalls DiscGolfer Münsterland) aus Bergkamen.

Zum zweiten Mal wurde im PhoenixAktivPark im westfälischen Beckum ein Discgolf-Turnier gespielt. Der Kurs bei den 1. Beckum Open, ein C-Turnier der GermanTour und der PDGA, schien mit Erfahrung besser bespielbar zu sein. Unter den besten Fünf der Gesamtwertung waren mit Sieger Hartl Wahrmann, dem Zweiten Michael Vogelmeyer (Tee-Timers Wolfenbüttel) und dem Gesamtfünften Ralf Winkelmann (DiscGolf Lakers Lünen) gleich drei Spieler aus der Masters-Division.

Dazwischen schoben sich lediglich Open-Sieger Sven Rippel und der Zweitplatzierte Ralf Hüpper aus Köln, der nach der ersten Runde sogar fünf Würfe Vorsprung auf den amtierenden Deutschen Juniorenmeister Rippel hatte. Juniorensieger Kevin Konsorr und der Vierte der Open, Martin Reckmann, machten den Triumpf der Gastgeber DiscGolfer Münsterland beim eigenen Turnier perfekt.

Den Damenwettbewerb gewann Jutta Wenner aus Werne vor Christine Schnettler aus Schwerte (beide DiscGolf Lakers Lünen) und der DGMlerin aus Münster, Dana Jung.

„War echt ein super Turnier in Beckum! Etwas kalt und windig, aber immerhin anspruchsvoll und wirklich geniale Bahnen“, bedankte sich der Dortmunder Steffen Schreiber (Discgolfen Meinertzhagen), Elfter in der Open, via facebook beim TD. Tatsächlich hatten es einige Bahnen in sich. „Ausgelöst durch die teilweise Zerstörung von zwei Brücken und den radikalen Rückschnitt der Sträucher und Bäume, musste ich einige neue Bahnen anlegen. Mit der Erfahrung der 1. Münsterland Open im vergangenen Oktober in der Phoenix konnten auch bestehende Bahnen optimiert werden“, verdeutlichte Szybalski.

Kurzfristig verlegte der TD den CTP-Wettbewerb von einer 95-Meter-Bahn auf einen Korb, der lediglich 38 Meter bergab vom Abwurf lag. Etwas blöd war, dass mit „nur“ 63 Startern nicht alle Bahnen in der ersten Runde besetzt waren.

Die Flights standen zuvor fest. Kurz vor dem Playersmeeting zogen die Flightführer ein Los mit der Startbahn. Ausgerechnet die 13 blieb übrig, so dass niemand die CTP-Unterlagen mit zum Korb nahm. Einige Discgolfer waren verständlicherweise enttäuscht, dass ihre tollen Würfe nicht gewertet werden konnten. Aber näher dran als Youngster Sebastian Korth, der seine Scheibe 44,3 Zentimeter an den Korb legte, war auch wohl im ersten Durchgang keiner.

Zwei Bahnen (drei und fünf) wurden im Wald gespielt. Trotz einer großen Länge auf der Bahn fünf hielten sich die hohen Wurfzahlen in Grenzen. Die Bahn vier wurde durch ein DL und ein rechtsseitiges OB aufgewertet. An der sechs und sieben (Par 4) war ein guter Drive gefragt. Zudem musste an der sechs über Büsche hoch geputtet werden. Dafür stand der Korb der Sieben hinter einer Lokomotive, die zum OB erklärt worden war.

Bahn acht und neun waren zwar nicht simpel, aber gehörten zu den einfachsten Bahnen des Turniers. Der Korb der Acht stand hinter einem Gebüsch und der Korb der neun auf dem Hügel. Von dort wurde hinab die Zehn gespielt. Der Korb stand in der Nähe einer Wegekreuzung, so dass die Wege und alles dahinter OB waren. Ralf Hüpper aus Köln spielte dort zum Beispiel – trotz Wurf ins OB und damit Strafpunkt – Par.

Die Elf war eine klassische Verbindungsbahn, die nur durch Länge und Wasser sowie Gebüsch an der linken Seite zu überzeugen wusste. „Die Zwölf ist eindeutig meine Lieblingsbahn“, strahlte Werner Szybalski, als Hartl ein Birdie an dieser Inselbahn (Bild rechts) spielte. Nach einem rund 80-Meter-Drive kam ein Teich (siehe auch Bild ganz unten), hinter dem der Korb platziert war. Um die Wegeverbindung der Mitspieler, Zuschauer und Passanten dahinter zu schützen, war alles ab dem Weg OB, was präzise Annäherung verlangte. Auch im Feld war immer wieder zu hören, dass diese Bahn besonders gelungen war.

Nach dem CTP musste an der 14 erneut Wasser überspielt werden. Aber die weniger als 50 Meter ließen viele Birdies zu. Die 15 zeichnete sich durch Länge und gelegentlich Wasser links und rechts des Fairways aus. Schlimmer als die Bahn, war der Kalk unter den Schuhen. Einzelne wuchsen in diesem Parcoursteil um zwei oder drei Zentimeter.

Die Bahn 16 erlaubte nochmals einen weiten Hyzer, ehe auf der 17 ein kleiner Höllenritt angesagt war. 66 Meter geradeaus musste durch ein natürliches Baumtor auf den Weg zum Glück geworfen werden, um diese Par fünf sicher zu spielen. „Vielleicht wäre der Weg hinauf ausreichend gewesen“, nörgelte Hartl, der aber in Runde zwei auch nur zwei drüber blieb. Auch die Anfänger meisterten diese Bahn, die verständlicherweise bei einigen unerfahrenen Teilnehmern zu zweistelligen Ergebnissen führte. Aber Damen-Siegerin Jutta Wenner (Bild oben links) demonstrierte, wie es zurück auf den breiten Weg hinauf ging.

Auch die 18 war ein Par vier, bei dem ein Waldweg gespielt werden musste. Überraschend hohe Ergebnisse gab es an der Bahn eins, der klassischen Insel mit einer Korbentfernung von 45 Meter Weite und knapp 2,50 Meter Höhenunterschied. Viele warfen bei dem ansteigenden Wind rechts und links an der Insel vorbei. Wer nach zwei Fehlversuchen nicht in die Dropzone wechselte, kam schnell auf acht oder neun Würfe.
Zum Abschluss die zwei, die 119 Meter über die Wiese vor dem Turnierbüro in den Wald hinein gespielt wurde. Martin Reckmann (oben links beim Putt) sicherte sich hier durch ein Birdie den achten Platz in der Gesamtwertung.

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