Kleine Regelkunde – Teil 5

29.3.2011 | Michl Priester. Ein Spieler im Flight braucht stets ewig, um seine Würfe auszuführen – darf der das? Die fünfte Ausgabe der Regelkunde widmet sich der Frage, wann man wie viel Zeit hat, um seinen nächsten Wurf auszuführen oder seine Scheibe zu finden.

Dazu muss man zwischen verschiedenen Spielsituationen unterscheiden – nämlich, ob der Spieler seine Scheibe gleich gefunden hat, oder erst nach der entsprechenden Scheibe gesucht werden muss (Verlorene Scheibe). Daher gibt’s hier in dieser Woche gleich zwei Passagen aus dem Regelbuch und eine weitere aus dem Turnierhandbuch.

801.03 Zeitüberschreitung

A. Einem Spieler stehen zur Ausführung eines Wurfes maximal 30 Sekunden zur Verfügung. Dieser Zeitraum beginnt nachdem

(1) der vorherige Spieler geworfen hat; und

(2) der Spieler in einer vertretbaren Zeitspanne seine Scheibe erreicht und die Lage markiert hat; und

(3) die Bahn spielbar und frei von Störungen ist.

B. Bei der ersten Zeitüberschreitung erhält der Spieler eine Verwarnung, vorausgesetzt dies wurde durch mindestens 2 Spieler seiner Gruppe oder einen Official beobachtet. Für jede weitere Zeitüberschreitung in derselben Runde erhält der Spieler einen Strafwurf, vorausgesetzt dies wurde durch mindestens 2 Spieler seiner Gruppe oder einen Official beobachtet.

803.11 Verlorene Scheibe

A. Eine Scheibe ist für verloren zu erklären, wenn der Werfer sie nicht innerhalb von drei Minuten finden konnte, nachdem er die Stelle erreicht hat, an der sie zum letzten Mal von der Gruppe oder einem Official gesehen wurde. Zwei Spieler oder ein Official müssen den Beginn der Drei-Minuten-Frist feststellen.

Jeder Spieler der Gruppe hat der Aufforderung zu folgen, bei der Suche nach der Scheibe für die volle Zeit der drei Minuten bis die Scheibe verloren gegeben wird, behilflich zu sein. Die Scheibe wird unmittelbar nach Ablauf der Drei-Minuten-Frist verloren gegeben.

B. Ein Spieler, dessen Scheibe verloren gegeben wird, erhält einen Strafwurf.

Falls der vorhergehende Wurf von der Abwurfzone aus erfolgte, setzt der Spieler sein Spiel mit einer Wiederholung des Abwurfs fort. Erfolgte der vorhergehendeWurf nicht von der Abwurfzone, legt die Gruppe die ungefähre Lage, von der aus der Wurf erfolgte, fest und der Spieler wiederholt dann seinen Wurf von dieser Lage. Der Direktor kann auf einer bestimmten Bahn für verlorene Scheiben eine Drop Zone einrichten. Falls eine Drop Zone vorhanden ist, kann der Spieler von dort aus statt von der vorherigen Lage oder der Abwurfzone werfen. In allen Fällen gehen der ursprüngliche Wurf und ein Strafwurf in das Ergebnis des Spielers ein.

C. Stellt sich vor Ende des Turniers heraus, dass eine Scheibe, die für verloren erklärt wurde, entfernt oder mitgenommen wurde, sind dem Spieler zwei Würfe von seinem Ergebnis abzuziehen.

D. Geht eine Marker-Scheibe verloren, ist sie, ohne eine Strafe, an ihrer ungefähren Lage, nach Ansicht der Gruppenmehrheit oder eines Officials, zu ersetzen.

Turnierhandbuch 3.2 Spieltempo

A. Jeder Turnierteilnehmer soll ohne unnötige Verzögerung spielen und alle Anstrengung unternehmen, um den Anschluss an die Gruppe vor ihm zu halten. Spieler sind verpflichtet, sich nach der Beendigung einer Bahn zügig zum nächsten Abwurf zu begeben. Ebenso darf ein Spieler auf dem Weg vom Tee zum Korb das Spiel durch sein Verhalten nicht unnötig aufhalten.

B. Ein Spieler, der unnötige Verzögerungen verursacht, kann von Turnier-Officials eine Verwarnung wegen Zeitüberschreitung erhalten. Siehe Abs. 801.03 B der PDGA Spielregeln in Bezug auf spezifische Strafen.

Interessant geht es auch in der nächsten Woche weiter. Bereits im Kapitel “Höflichkeit” haben wir uns mit dem korrekten – vom gemeinen Discgolfer geforderten – Verhalten beschäftigt. Fragen wie: “Darf man sein Bier mit auf die Runde nehmen?”, “Was soll ich tun, wenn ein Spieler seine Ausrüstung vor Wut durch die Gegend wirft?” oder “Ist Kiffen erlaubt?” werden nächsten Dienstag durchleuchtet.

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