Marter und Bäss glänzen bei „Wetten, dass…?“

13.2.2011 | Ewald Tkocz. Wette verloren, Sympathien gewonnen. Millionen von Fernseh-Zuschauern bangten am Samstag Abend mit Greg Marter und Jan Bäss, dass ihre Wette bei der beliebten Fernseh-Show „Wetten, dass…?“ gelingen möge. Doch ihr Versuch, 150 Kerzen durch das gegenseitige Zuwerfen einer Frisbee-Scheibe innerhalb von drei Minuten zu löschen, scheiterte hauchdünn. Drei Kerzen brannten noch, als der Countdown abgelaufen war. „Das war keine verlorene Wette, das war eine ganz knapp nicht gewonnene Wette“, tröstete Thomas Gottschalk die beiden Berliner.

Die Wette der beiden Top Disc Golfer war Bestandteil einer wahrlich denkwürdigen Sendung, zu deren Beginn Moderator Thomas Gottschalk nach 25 Jahren und 144 Sendungen seinen Abschied verkündete. Nach dem schweren Unfall des Wettkandidaten Samuel Koch in der Sendung am 4. Dezember entschied der 60jährige, nicht mehr weiter zu machen: „Für mich persönlich liegt auf ‚Wetten, dass…?‘ jetzt einfach ein Schatten, der es mir schwer machen würde, wieder zu der guten Laune zurückzufinden, die Sie zu Recht von mir in dieser Sendung erwarten.“

Nach diesen sehr emotionalen, bewegenden und für viele Zuschauer überraschenden Augenblicken hatten Marter und Bäss die schwierige Aufgabe, als erste Kandidaten ihre Wette zu präsentieren. Gottschalk war bemüht, mit einer betont flapsigen Anmoderation wieder auf „Betriebstemperatur“ zu kommen. Man benötige doch wohl „kindliche Freude“ zum Frisbeespielen, mutmaßte er und fügte an: „Hunde machen es auch gerne.“

Greg und Jan, begeistert begrüßt von einer Schar Frisbee-Enthusiasten, die ein Plakat mit der Aufschrift: „Frisbee is cool“ hochhielten, meisterten ihren Auftritt mit Bravour. Sie hatten Gottschalk eine Kuchenform mitgebracht, mit denen Bäcker-Lehrlinge und -Gesellen in den USA angeblich in den dreißiger Jahren die Leidenschaft des Scheibenwerfens in der Neuzeit begründet haben sollen. Sie bemühten sich, dem Showmaster zu verdeutlichen, dass man mit den Scheiben nicht nur Fun haben, sondern dies auch als ernsthaften, athletischen Sport betreiben könne.

Entstanden sei die Idee eines Abends im Wohnzimmer, wo sie sich Mini Discs zugeworfen hätten. Irgendwann sei es gelungen, mit einem Wurf die Flamme einer brennenden Kerze auszulöschen. Ihre Wette: Sie wollten innerhalb von drei Minuten durch gegenseitiges Zuwerfen einer Frisbee-Scheibe 150 Kerzen, die in drei Reihen aneinandergereiht aufgebaut waren, löschen – allein durch den entstehenden Luftzug! Wettpate Jan Joseph Liefers war jedenfalls vom Gelingen der Wette überzeugt: „Sie können’s. Ihr seht so gut aus.“ Der Schauspieler war jedenfalls optimistischer als die BamS-Redakteure Stefan Hauck und Volker Tackmann, die in der Ausgabe vom 13. Februar schrieben, dies sei eine Wette gewesen, „von der sich kaum jemand vorstellen konnte, daß sie funktioniert.“

Der Start war vielversprechend. Marter und Bäss ließen mit ihren Würfen, die nur wenige Zentimeter über die Kerzen zischten, viele Flammen erlöschen. Besondere Begeisterung brandete auf, als nach einem Wurf von Bäss, Deutscher Meister im Disc Golf 2008, fast eine komplette Reihe Kerzen aus ging. Doch die Zeit lief den beiden davon und drei Kerzen blieben am Ende brennen. „Wir brauchten die Sekunden, um rein zu kommen“, sagte Greg Marter nach der Wette, „mit Publikum war es schwieriger. Das hätte ich nicht gedacht.“

Die beiden hatten auch noch Gelegenheit, Ausschnitte aus einem geplanten Film über die Geschichte der Frisbee-Scheibe zu zeigen. Ein super-sympathischer Auftritt, der bei vielen Zuschauern Lust geweckt haben dürfte, einmal wieder eine Frisbee in die Hand zu nehmen. Und Schauspieler Liefers durfte nach der verlorenen Wette eine Kostprobe seiner Stegreif-Dichtkunst mit einem Valentins-Gedicht an seine Frau abliefern. Immerhin 6 Prozent der Anrufer gaben Marter und Bäss bei der abschließenden Wahl zum „Wettkönig“ ihre Stimme. Und das können nicht nur Frisbee-Begeisterte gewesen sein…

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