2. Sauerland Open: Chancen auf viele GT-Punkte

10.08.2010 – Von Ewald Tkocz. Es gibt Kurse, die zu spielen man sich schon Wochen vorher freut. Es gibt Turniere, auf die man hin fiebert, wegen der Atmosphäre, wegen der Leute oder, wie in Berlin, auch wegen der tollen Stadt. Und es gibt Turnierorte, an die man einfach zurückkehren muss, um sich etwas zu beweisen. Um seine Disc Golf-Ehre – blöder Ausdruck! – wieder herzustellen. Um zu demonstrieren, dass man gelernt hat, als Linkshänder die Scheiben besser links um die Kurve zu werfen. Um neu einstudierte Wurftechniken unter Wettkampfbedingungen zu erproben. So ein Kurs ist für mich Bad Fredeburg, wo am kommenden Wochenende die 2. Sauerland Open ausgetragen werden.

Dieses Jahr sind die Sauerland Open ein B-Turnier der German Tour. „Ein B-Turnier und so wenige Anmeldungen!“ hatte sich Ruth Kattwinkel schon vor Wochen in Meinerzhagen empört. Auch Turnierdirektor Andreas Thöne ist verwundert: „Also es ist schon wirklich komisch. Aber es scheint den Spielern und Spielerinnen vom Termin her wohl einfach nicht in den Kram zu passen.“ Schulferien, Urlaub, die bevorstehende EM, Sommermüdigkeit. Ausflüchte gibt es vermutlich genug. „Dabei ist die Chance für Spieler und Spielerinnen, die kurze, aber knifflige Waldbahnen mögen, gerade wegen der geringen Zahl an Teilnehmern viele Punkte in der German Tour zu ergattern, groß“, weist Andreas Thöne auf die Möglichkeiten für Kurzentschlossene hin.

Nein, es ist nicht die Länge der Bahnen, die in Bad Fredeburg die große Herausforderung darstellt. Der reguläre 18-Bahnen-Parcours ist nur 1 200 Meter lang. Andreas Thöne: „Der Kurs zeichnet sich durch die vielen am Hang gelegenen Bahnen aus, die bergauf, bergab und auch quer gespielt werden. Wer mit solchen Spielsituationen noch keine Erfahrung hat, kann sie hier sammeln, und wird feststellen, wie man sein Spiel neu ‚justieren‘ muss.“ Mein Sohn Maximilian stimmt ihm zu: „Man muss hier sehr genau und präzise spielen. Wer die schmalen Waldwege nicht trifft, liegt schnell im dichtesten Dickicht. Wer bei den bergab zu spielenden Bahnen nicht aufpasst, kann schon einmal erleben, dass die Scheibe 30, 40 Meter weit am Korb vorbei segelt. Und es schadet auch nicht, wenn man die Scheibe geradeaus werfen kann.“ Am regulären Kurs wird es nur geringe Veränderungen für das B-Turnier geben. Andreas Thöne: „Drei Bahnen werden geändert und bei zwei Bahnen kommt noch eine Insel und ein Dogleg hinzu.“

Mit Titelverteidiger Klaus Kattwinkel (Engelskirchen), Heiko Niedermayer (Scheibensucher Rüsselsheim) und Michael Cohrs (Braunschweig) sind immerhin die hinter dem in der German Tour führenden Simon Lizotte auf den Rängen zwei bis vier platzierten Spieler am Start. Bei den Masters ist TD Andreas Thöne klarer Favorit. Bei den Junioren gibt es zwischen den Lünenern Sven Rippel und Kevin Konsorr eine Neuauflage ihre „Privatduells“.

Ich gebe gerne zu, die 1. Sauerland Open im vergangenen Jahr waren mein schlechtestes Turnier, das ich 2009 gespielt habe. Ich habe es unter Pleiten, Pech und Unvermögen“ abgespeichert. Aber es gibt viele Dinge, an die ich mich gerne zurück erinnere. Die hübschen Dörfer und Städte im Sauerland mit ihren Fachwerkhäusern. Das Landhaus Knoche zum Beispiel, in dem wir in gemütlicher Atmosphäre erstklassig bewirtet wurden. An die anregenden und humorvollen Gespräche beim Abendessen mit Andreas Thöne und Oliver Schacht. An die Siegerehrung, bei der mir heute noch eine Gänsehaut über den Rücken läuft, wenn ich daran denke, wie die Lünener den Doppelsieg von Sven (Junioren) und Josef Rippel (Masters) gefeiert haben. Und auf die Jungs aus Lünen, Köln, Grebenstein, Braunschweig, Rüsselsheim, Engelskirchen und Umgebung freuen Max und ich uns jetzt schon. Bad Fredeburg, wir sind dabei!

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