Simon lässt nur seinem Idol David den Vortritt

05.07.2010 – von Ewald Tkocz. Für Simon Lizotte gehen derzeit alle Wünsche in Erfüllung: Mit Platz zwei hinter dem Amerikaner David Feldberg feierte der 17jährige beim EuroTour-Turnier auf der Whitcombe Farm in Beaminster (A-tier) gleich einen traumhaften Einstand zum Auftakt seiner Europa-Tournee.

Und nach einer tollen Auftaktrunde mit nur einem Wurf Rückstand auf den Weltranglisten-Ersten durfte der Bremer sein großes Idol David Feldberg fortan aus nächster Nähe begleiten. Simon Lizotte: Er ist zur Zeit mein Vorbild, ein unglaublich guter Spieler und total nett.“ Feldberg lieferte in

allen drei Runden sowie im Finale das beste Ergebnis ab und gewann am Ende deutlich mit zwölf Würfen Vorsprung.

Ganz nebenbei besserte Simon bei dem mit 9 000 Euro dotierten Turnier auch noch seine Reisekasse für die folgenden Turniere in Stockholm und Skelleftea auf. Als weitere Dreingabe gab es einen Startplatz für die US Disc Golf Championship im Oktober in Rock Hill, South Carolina.

Am ersten Tag nur drei Würfe Rückstand auf David Feldberg

Parallel zur WM-Gala der Fußball-Nationalmannschaft lief auch der Shooting Star der deutschen Disc Golf-Szene am Samstag zu großer Form auf: Lediglich drei Würfe Rückstand wies Simon Lizotte nach den beiden ersten Runden (49/51) auf David Feldberg (48/49) auf. Ein Blick darauf, wie diese beiden Runden im PDGA-Rating bewertet wurden, zeigt, auf welchem Niveau der Bremer spielte: 1 048 und 1 036!

Gegenüber seinem schärfsten Konkurrenten um den zweiten Rang, dem Schweden Emil Dahlgren, schuf er sich am Samstag bereits ein Polster von fünf Würfen. Europameister Ville Piippo aus Finnland distanzierte der junge Deutsche am ersten Tag sogar um zehn (!) Würfe. Dahlgren, einziger Top Ten-Spieler aus Schweden in England, machte am Sonntag vier Würfe auf den Deutschen Meister gut, bei dem es am zweiten Tag nicht mehr ganz so rund lief. Doch Simon behauptete letztlich knapp seinen zweiten Platz – mit einem Wurf Vorsprung auf den Schweden. Der Norweger Magnus Petersen sicherte sich überraschend Platz vier. Dies war die beste Platzierung des GermanTour-Siegers der beiden vergangenen Jahre bei einem Turnier der EuroTour. Den Durchbruch zur europäischen Spitze hatte der 17jährige vor zehn Monaten bei den European Open im finnischen Tampere vollzogen, als er hinter Jesper Lundmark, Timo Pursio, Ken Climo und David Feldberg Fünfter wurde und den schwedischen Sieger zu der Bemerkung veranlasste, Simon werde seinen Weg machen.

Der Weg führt Simon nun erst einmal am Donnerstag in Richtung der schwedischen Hauptstadt, wo bereits am Wochenende bei den Stockholm Open die nächste Herausforderung wartet.

Mead gewinnt bei den Grandmastern – Sebastian Schmidt 33.

Sein Freund Sebastian Schmidt belegte in der Open-Klasse Platz 33, Ulrich Rau wurde 39. Mit Kevin Couch gab es bei den Masters einen zweiten Sieger aus Übersee. Der Amerikaner war wurfgleich mit dem Schweden Dan Johansson, gewann jedoch das Stechen. Dritter wurde Mats Gullander (Schweden) vor Kari Vesala (Finnland). Bei den Damen hielt Camilla Jernberg aus Schweden Sue Underwood aus England und Anne Matilainen (Finnland) mit vier Würfen Vorsprung auf Distanz. Bei den Advanced-Spielern gewann der erst 14jährige Belgier Maxime Tanghe, zweifellos eines der größten Nachwuchs-Talente in Europa. Und auch die Gastgeber hatten Grund zum Feiern: Turnierdirektor Charlie Mead siegte bei den Grandmastern vor Alain Gérardin aus Frankreich.

Turnierergebnisse unter: www.pdga.com/Tour Event Results/British Open

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