Dänisch en passant

27.04.2010 – Von Ewald Tkocz. Was zählt bei einem Turnier der EuroTour? Das Ergebnis? Die Platzierung? Sportlicher Erfolg oder Misserfolg? Wichtig ist doch, mit wem man über die Grüns zieht. Und wie man sich als Neuling fühlt in einem Feld von 90 Spielern, von denen fast jeder Dritte ein PDGA Rating von über 970 hat. Alessa Schwarz und Jörn Weichold können ein Lied davon singen. Jörn: „Ich war natürlich ein wenig aufgeregt, gleich mit dem Vorjahresdritten, Robert Buzasy, an Bahn eins, die sinnigerweise den Namen OB-one hatte, zu starten. Habe dann natürlich gleich mit einer Double-o.b. 7 auf der Par 4-Bahn einen perfekten Start hingelegt …“ Die Aufregung kann einem da manchen Streich spielen, und nur wenige können das so amüsant zum Besten geben wie Jörn Weichold: „In der zweiten Runde habe ich an Bahn fünf nach einem lucky drive doch glatt das Mandatory vergessen und die Scheibe auf direktem Weg ziemlich gut auf dem Fairway platziert. O.k., Strafpunkt. Zurück zur Dropzone. Die Nerven verloren. Einen Baum getroffen, eine o.b. 9 gespielt.“ Der Rostocker zeigte sich von dem Niveau dieses A-Turniers tief beeindruckt: „Trotz meiner schlechten Platzierung nach dem ersten Durchgang habe ich in der zweiten Runde eine mit 1 000 geratete Runde bewundern dürfen. Das zeigt die absolute Klasse des Teilnehmerfeldes.“

Alessa Schwarz hatte sogar Zweifel, ob es richtig sei, sich zum ersten Mal für ein so hochkarätiges Turnier anzumelden, „da ich im Vorfeld natürlich die PDGA Ratings verglichen habe.“ Doch auch für sie war es eine „neue und tolle Erfahrung mal in einem so starken Spielerfeld anzutreten. Und was nimmt sie als Erfahrung aus Kopenhagen mit? Alessa: „Mir wirklich vor jedem Wurf genug Zeit zu nehmen. Wenn mir zum Beispiel ein Karl Johan Nybo im Nacken sitzt, fällt es mir doch etwasschwer und das, obwohl ja gerade er die 30 Sekunden-Regel wirklich voll auskostet.“

Dazu war der zweite Damen-Flight mit der Schwedin Karin Magnholt und den Norwegerinnen Linda Wulff und Sigrid Sandum ganz offensichtlich leistungsfördernd. „Es hat mir viel Freude bereitet, mit ihnen spielen zu dürfen. Es waren zwei total nette und entspannte Runden. Und an Gesprächsstoff hat es nie gefehlt …“ Auch Jörn Weichold widerlegt das Klischee von den kühlen, schweigsamen Nordländern, die gelungene Würfe und Putts allenfalls mit einem kehligen Brummen begleiten. Jörn Weichold: „Die Spieler waren allesamt sehr freundlich und aufgeschlossen.“

Simons Herzenswunsch: Endlich einmal mit Markus Källström spielen

Für Simon Lizotte ging in Kopenhagen sogar ein Herzenswunsch in Erfüllung. Simon: „Ich bin wirklich mit dem ‚großen Ziel‘ nach Kopenhagen gefahren, endlich einmal eine Runde mit Markus Källström zu spielen. Dass es in der dritten Runde geklappt hat, hat mich sehr gefreut und mir wieder richtig Mut gemacht. Außerdem war ich ja mit George Braun und Greg Marter zusammen unterwegs und die beiden
haben das echt zu einem richtig geilen Trip gemacht.“

Greg Marter, der ebenfalls zum ersten Mal in Kopenhagen spielte, war wiederum vom Kurs begeistert. „Der Kurs war eine Bombe“, sagte der Berliner, „ich würde am liebsten sofort wieder hinfahren. Wir haben in Deutschland nichts Vergleichbares.“ Und, en passant, ganz nebenbei, lernt man auch noch Fremdsprachen. Jörn Weichold: „Meine Schwedisch-, Dänisch- und Norwegischkenntnisse haben sich drastisch verbessert. Ich beherrsche jetzt in allen drei Sprachen die Zahlenreihe von zwei bis neun…“

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