„King Kurt“ is back:
Sieg bei der Wintertour 2009/10

Immer, wenn Kurt kam, gab es für die anderen nichts zu gewinnen. Kurt König war der dominierende Spieler der Wintertour 2009/10. Bei seinen vier Auftritten gewann er dreimal: in Dassel, Wolfenbüttel und Ibbenbüren im Stechen gegen Simon Lizotte, der in Bremen und Braunschweig triumphierte. „Ich habe nur deshalb die Gesamtwertung gewonnen, weil Simon ein Turnier weniger gespielt hat“, gab sich der 23jährige Student der Immobilienwirtschaft nach seinem Erfolg bescheiden.

„Vom Talent und seinen Fähigkeiten her ist Kurt einer der Top-Spieler in Deutschland, die mit Simon mithalten können“, stellte Frank Brügmann (Braunschweig) fest, der in der Gesamtwertung vor Sebastian Schmidt (Bremen) Dritter wurde. Brügmann war nicht der einzige, der sich über das „Comeback“ von „König Kurt“ freute. König hatte sich im vergangenen Jahr auf deutschen Disc Golf-Plätzen rar gemacht. Lediglich zwei Turniere stehen in seiner German Tour-Statistik 2009. Schuld daran war seine frisch entdeckte Leidenschaft zum Golf. Kurt König: „Ich habe letztes Jahr fast jeden Tag trainiert.“ Innerhalb nur eines Jahres verbesserte er sein Handicap auf unter 15. Doch Befürchtungen, er könne sein Herz an den „großen Bruder“ Golf verlieren, wischt König rasch vom Tisch: „Ich halte Disc Golf nach wie vor für die bessere Sportart. Aber die raschen Trainingsfortschritte beim Golf machen mir viel Spaß und motivieren mich, in diesem Jahr ein Handicap um 4 oder 5 anzustreben.“ Außerdem sei die Punktejagd bei der German Tour nicht sein Ding: „Ich fahre lieber auf Turniere, die mehr Spaß machen.“

Die seltenen Auftritte bei der German Tour und der Verzicht auf die Deutsche Meisterschaft hatten für König jedoch eine bittere Konsequenz.
Obwohl einer der besten Disc Golfer in Deutschland – 2008 war er Zweiter in der German Tour hinter Simon Lizotte – wurde er nicht für die Europameisterschaft Ende August in Frankreich nominiert. König: „Wenn man ein PDGA-Rating von 994 hat, ärgert einen das ein bisschen.“ Doch hat er die Hoffnung noch nicht aufgegeben, bei der EM in Pas-de-Calais dabei zu sein. „Ich habe beim Veranstalter eine Wildcard beantragt“, sagt der gebürtige Einbecker und fügt an: „wenn ich keinen Startplatz kriege, werde ich der Caddy von Simon.“

Interessantes Bewertungssystem
Neben spannenden Wettkämpfen – die Turniere in Ibbenbüren und Braunschweig wurden erst im Stechen entschieden – hielt die Wintertour 2009/10 für die 104 Teilnehmer auch einige Neuheiten bereit: Bei der Gesamtwertung stellte Axel Sieburg Frank Brügmann fünf Bewertungssysteme zur Auswahl, die bereits früher diskutiert worden waren. Brügmann entschied sich für ein ursprünglich von Frank Neitzel angeregtes Modell, bei dem die Anzahl der Spieler bei jedem Turnier berücksichtigt wurde. Auch erhielten die siegreichen Spitzenspieler dadurch einen Bonus, dass sich bei diesem System die Abstände zu den Nächstplatzierten relativ groß gestalteten, im Schnitt zwischen zehn und fünfzehn Punkten.

Die 3. Ibbenbüren Open waren darüber hinaus Schauplatz des ersten Turniers der neu gegründeten NRW-Tour, einer regionalen Serie, für die derzeit sieben Turniere geplant sind. Hier gab es, ebenfalls ein Novum, Punkte für gleich drei Turnierserien zu gewinnen: die German Tour, die NRW-Tour und die Wintertour. Auf dem schneebedeckten Kurs bei eisiger Kälte entlockte eine Lokalreporterin Simon Lizotte, dass er lieber doch im Sommer spiele. Das muss sich auch Torsten Baus nach dem Turnier in Bremen gedacht haben, als er auf dünnem Eis einbrach und anschließend die zweite Runde mit trockener Leihhose und Wärmflasche vom geheizten Partyzelt aus beobachtete.

Ewald Tkocz

Gesamtergebnis der Wintertour unter discgolf-bs.de

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